Erstellt am 11. August 2016, 09:48

Ermittler: Richtige Arbeit geht jetzt erst los. 23 Jahre nach dem Fund einer Frauenleiche auf einer Pferdekoppel bei St. Margarethen wissen die Ermittler nun, wer die Getötete war.

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Die Identitätsklärung nach so langer Zeit ist für Chefinspektor Kurt Linzer zwar "ein sehr großer Erfolg, aber nur ein Teilerfolg", sagte er heute, Donnerstag im APA-Gespräch. Die "richtige Arbeit" gehe jetzt erst los, meinte Linzer.

Am Mittwochnachmittag teilte die Staatsanwaltschaft Eisenstadt mit, dass es sich bei der Leiche um eine 1962 geborene Frau aus der Dominikanischen Republik handelt. Sie soll in mehreren Etablissements im Burgenland und in Oberösterreich unter dem Namen "Rosi" verkehrt haben. Entdeckt wurde die halbverweste, unbekleidete Frau am Vormittag des 17. April 1993 vom Pächter eines Reitstalls außerhalb von St. Margarethen. Der Tod soll laut einer Obduktion jedoch spätestens im November 1992 eingetreten sein.

Fall wurde neu aufgerollt

Ende 2015 wurde der Fall vom Cold Case-Management des Bundeskriminalamts neu aufgerollt. "Die Ausforschung war ein Riesenaufwand", schilderte Linzer. Nun gelte es ein sogenanntes Bewegungsprofil zu erstellen und zu klären, wo die Frau ihre Freizeit verbracht habe, wo sie Kleidung und Lebensmittel gekauft und was sie privat gemacht habe, erläuterte der Cold Case-Referatsleiter.

Bei der Klärung des Falls - dies schätze er als "sehr realistisch" ein - sei man auf die Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. "Jeder noch so kleine Hinweis hilft uns und kann entscheidend sein." Dazu zählen etwa banal erscheinende Erinnerungen, wie die zeitgleiche Rückgabe eines Einkaufswagens bei einem Supermarkt. Wer glaubt, die Frau zu kennen oder sich an sie zu erinnern, soll dies beim Journaldienst des Bundeskriminalamtes unter der Telefonnummer 01-24836-985025 melden, appellierte der Chefinspektor. Seit der Veröffentlichung des Fotos am Mittwochnachmittag haben sich bereits zwei Personen gemeldet.

"Der Fall stellt eine ganz hohe Herausforderung an die Kriminalpolizei dar - und der stellen wir uns", sagte Linzer. Nun gelte es kleine Puzzleteilchen zusammenzusetzen.