Erstellt am 18. Juni 2015, 12:01

von Nina Sorger

Abholzung der Au. Leithaprodersdorfer sind empört über gefällte Bäume. Esterházy: „Notwendig wegen Krankheit und Gefahr durch dürre Bäume.“

Gefällt. Auf rund einem Hektar wurden fast alle Bäume in der Leithaprodersdorfer Au gefällt. Lediglich einige »Überhälter«, die ihre Samen verstreuen sollen, sind übrig. Foto: Nina Sorger  |  NOEN, Nina Sorger
Eine rund einen Hektar große Schneise in der Leithaprodersdorfer Au sorgt für Empörung in der Ortsbevölkerung. „Jetzt, wo die Vögel dort brüten, schneiden sie alles um wie die Wilden!“, ist etwa beim Frühlingsfest des Singkreises zu hören.

„Sie“, das sind die Forstbetriebe Esterházy, denen das Gebiet gehört und die die Abholzung bis auf einzelne Bäume vornahmen.

„Bäume waren dürr, Gefahr war im Verzug“

„Verunsichert, weil niemand mit uns geredet hat“, zeigt sich auch Leithaprodersdorfs Bürgermeister Martin Radatz (ÖVP).

„Wir haben beim Umweltanwalt angefragt und die Antwort bekommen, dass das gemacht werden darf“, so Radatz, der aber einräumt: „Einige Bäume beim Güterweg haben weggehört, weil sie dürr waren und Gefahr im Verzug war.“

Dies wird auch von den Esterházy Forstbetrieben bestätigt: „Der Bürgermeister hat uns schon früher ersucht, was zu tun“, so Oberforstmeister Peter Fischer: „Außerdem waren zahlreiche Eschen von der Eschentriebkrankkeit befallen, sodass diese forstliche Maßnahme notwendig wurde.“

„Im Winter würden wir Bodengefüge zerstören“

Warum nicht im Winter abgeholzt wurde, erklärt Fischer: „Der Boden einer Au ist durchwässert. Wenn wir im Winter reinfahren, zerstören wir das Bodengefüge. Außerdem kann ich nicht einzelne Bäume fällen, da schlage ich zu große Schneisen. Der Umfang dieser forstlichen Maßnahme ist auch bei der Behörde gemeldet worden.“

Bezüglich der brütenden Vögel beruhigt der Forstmeister: „Vögel brüten eher in dichten Bäumen weiter drinnen in der Au als auf luftigen Pappeln und Eschen.“

Zur Verjüngung des Baumbestandes der 56 Hektar großen Au wurden einzelne Bäume als sogenannte „Überhälter“ zur Samenausstreuung stehen gelassen. Das durch die Abholzung gewonnene Holz dient der Plattenindustrie sowie als Brennstoff für Biomassewerke.