Erstellt am 25. März 2015, 06:50

von Nina Sorger

Biberproblem: Verjagen statt töten. Mit 1. April startet Bibermanagement für das Burgenland. Genehmigung zum Fangen wird es aber derweil nicht geben.

Gestaut. Die Biber haben so manchen Baum gefällt, der die Bäche blockiert und für Flutungen der Felder sorgt. Fotos: Gemeinde Leithaprodersdorf  |  NOEN, Gemeinde Leithaprodersdorf
Die Biberproblematik in Leithaprodersdorf hält an, doch seitens des Landes sieht man nun eine Lösung – allerdings ohne Biberfang.

Während 2014 noch per Bescheid vom Land das Fangen der Biber mithilfe des niederösterreichschen Bibermanagements bewilligt worden war und die Gemeinde in den zur Verfügung gestellten Käfigen sogar einige Tiere fangen konnte, haben die Tiere nun freie Bahn. Denn der Bescheid zum Fangen endete mit dem Jahr 2014.

Land beseitigt Dämme und vertreibt Biber

Leithaprodersdorfs Bürgermeister Martin Radatz (ÖVP): „Eine Lösung muss her, und zwar bald, denn die Biber fluten mit ihren Bauten zahlreiche Felder. Die Landwirte haben dadurch Verluste, und uns sind die Hände gebunden.“

Laut dem zuständigen Landesrat Andreas Liegenfeld (ÖVP) sei bereits ein eigenes Bibermanagement im Burgenland eingerichtet: „Das Institut für Wildbiologie der Boku Wien, das auch für Niederösterreich das Bibermanagement übernimmt, wurde von uns bereits beauftragt und startet mit 1. April“, so Liegenfeld.

Gefangen und getötet werden die Tiere aber nicht, so der Landesrat: „Das Fangen wäre die letzte Lösung. Derzeit gibt es an der Leitha keine so große Überpopulation, die das nötig machen würde.“

Derzeit wird vom Land eine andere Strategie bevorzugt: „Wenn es Meldungen zu Stauungen und Flutungen von Feldern gibt, rücken Mitarbeiter der Abteilung 9 (Wasser und Abfallwirtschaft) aus und zerstören die Dämme. So sollen die Biber gezwungen werden, sich woanders anzusiedeln“, so Liegenfeld. Die Gemeinden soll dies nichts kosten.

Derzeit leben etwa drei Biberfamilien – insgesamt rund 25 Tiere – am Leithaprodersdorfer Hotter und bauen ihre Burgen an der Leitha, vor allem aber in den Nebenbächen in der Nähe der Felder, von denen sie auch die Zerstörung ihrer Bauten bisher nicht vertreiben konnte.