Erstellt am 20. Februar 2013, 00:00

List bewies Nerven. Schiffshavarie / Gerhard List arbeitet als Küchenchef auf der „Carnival Triumph“ und hielt die Versorgung der Passagiere aufrecht.

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Von Nina Sorger

Hohe Wellen schlug die Havarie des Kreuzfahrtschiffes „Carnival Triumph“. Ein Brand im Maschinenraum hatte zu einem Stromausfall geführt und das Schiff drei Tage lang komplett lahm gelegt.

Mit an Bord: Der Leithaprodersdorfer Gerhard List, der seit Anfang Feber als Küchenchef die Versorgung des gesamten Schiffes – immerhin 3143 Passagiere und 1086 Besatzungsmitglieder – organisiert. Für ihn war diese Ausnahmesituation eine besondere Herausforderung, wie sein Vater Josef List schildert: „Für ihn war der Stromausfall ein großes Problem, denn es gab zwar genug zu essen aber keinen Strom zum Kochen, also waren die Nahrungsmittel, die man roh essen konnte, schon sehr begrenzt.“

Nahrung mit Booten aufs Schiff gebracht

Schließlich wurde Nahrung von außerhalb beschafft, so List: „Mein Sohn hat erzählt, dass schließlich die Nahrungsmittel mit kleinen Booten von anderen Schiffen auf die ,Triumph‚ gebracht und an Bord dann aufgeteilt und zubereitet wurden.“ List weiter: „Ich stelle mir die hygienischen Bedingungen arg vor. Weil die Toiletten nicht funktionierten und überquollen, haben die Leute am Gang geschlafen und ihr Geschäft in Sackerln verrichtet. Es hat erbärmlich gestunken. Und da ist die hygienische Zubereitung des Essens natürlich fast unmöglich, aber irgendwie hat es die Crew geschafft.“

Sorgen habe er sich um seinen Sohn nicht gemacht, so der Leithaprodersdorfer, der erst vom Büro der Schifffahrtsgesellschaft in Miami über das Befinden seines Sohnes informiert wurde: „Mein Sohn ist seit Jahren überall in der Welt als Koch unterwegs. Auf dem Schiff hat er 180 Köche unter sich und mitunter kommt es schon mal dazu, dass ein Schiff nicht weiterkommt – da ist er das Organisieren gewöhnt.“

Die „Carnival Triumph“ wurde mittlerweile an die Küste des US-Bundesstaats Alabama geschleppt. Bis das Schiff wieder seetüchtig ist, könnten bis zu zwei Monate vergehen.
Derweil wartet Gerhard List in Miami auf seinen nächsten – hoffentlich havariefreien – Einsatz in einer Schiffsküche der Reederei.