Erstellt am 07. Mai 2014, 08:06

von Elisabeth Kirchmeir

Lukits als Zeuge. Im Prozess des Ex-Bewag-Vorstandes Münzenrieder gegen die Energie Burgenland sagte dessen früherer Kollege aus.

Firmengeflecht. Der Prozess wurde auf Anfang Juli vertagt. Die Zeugenaussagen sollen helfen, Klarheit in diverse Geschäfte der ehemaligen Bewag bringen.  |  NOEN, Seebacher
Josef Münzenrieder hat gegen seine mit 2. Mai 2011 ausgesprochene fristlose Entlassung geklagt und fordert 349.000 Euro von der Energie Burgenland. Zivilrichterin Susanna Hitzel prüft mehrere Entlassungsgründe, darunter ein mögliches Scheingeschäft mit einer Marketingfirma, um das es auch in der Vorwoche ging. Als Zeuge sagte der Ex-Vorstandskollege von Münzenrieder, Hans Lukits, aus, der selbst in einem Zivilverfahren von der Energie Burgenland 111.000 Euro fordert.

„Ich dachte mir, das ist etwas Innovatives"

Das Geschäft mit der Marketingfirma habe nicht er, so Lukits, sondern der Marketingleiter der Bewag angebahnt. „Ich dachte mir, das ist etwas Innovatives, es könnte das sein, was wir suchen“, so Lukits. Zuvor sei im September 2009 das vom Vorstand der Bewag vorgelegte Budget vom Aufsichtsrat abgelehnt worden, unter anderem wegen der hohen Marketingausgaben.

Im Oktober 2010 sei die von der Marketingfirma durchgeführte Analyse präsentiert worden. „Das Ergebnis war relativ gut“, berichtete Lukits. Am 8. November 2010 wurde mit Lukits und Münzenrieder eine Auflösungsvereinbarung getroffen, die vorsah, dass deren Dienstverträge mit Jahresende beendet werden. Bis dahin hätten sie keine über das Tagesgeschäft hinausgehenden Geschäfte abschließen dürfen.

Rechnung vor Leistungserbringung

Anfang Dezember unterschrieb Lukits den Vertrag für die Einführung der Marketingmethode, am 9. Dezember ging die Rechnung über 60.000 Euro netto über seinen Tisch – noch bevor die Leistungen erbracht worden waren. „Es wird behauptet, dass Sie mit einer Mitarbeiterin ein Verhältnis hatten und sie bei der Marketingfirma unterbringen wollten“, hielt die Richterin Lukits vor. Daher sei er daran interessiert gewesen, das Geschäft zum Abschluss zu bringen. „Das ist eine wirklich perfide Unterstellung“, antwortete Lukits.

Befragt wurde auch jene Mitarbeiterin, für die sich Lukits eingesetzt haben soll. „Er sagte, dass er in Wien bei einem Marketingunternehmen war, das mehrere Mitarbeiter sucht“, berichtete sie. Sie habe sich beworben, sei aber nicht aufgenommen worden, weil sie sich anders entschieden habe. Zum Verhältnis zu Lukits sagte sie: „Wir sind befreundet.“