Erstellt am 16. Mai 2012, 00:00

Luxus mit fremdem Geld. URTEIL / Drei Jahre Haft lautet das Urteil für jenen Ex-Mitarbeiter der Bank Burgenland, der 900.000 Euro Kundengeld veruntreute.

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EISENSTADT / Von 2002 bis 2010 behob und verschob ein 33-jähriger Mitarbeiter der Bank Burgenland Filiale Neufeld von Kundenkonten insgesamt 956.213 Euro. Einen Großteil des Geldes soll er zur Finanzierung seines Privatlebens verwendet haben. Der Bankmitarbeiter bekannte sich großteils schuldig.

Banker lebte über  die Verhältnisse

 

In 104 Tatangriffen soll er zehn Bankkunden um deren Ersparnisse gebracht haben. Die meisten Opfer waren hochbetagt. Einer der Geschädigten hatte bereits 2009 die Polizei verständigt. Ihm fehlte auf seinem Konto ein Betrag von 4000 Euro. Doch der Bankbeamte legte einen Beleg mit der gefälschten Unterschrift des Kunden vor. „Die Staatsanwaltschaft dachte damals, dass der Kunde eben alt und vergesslich sei“, so Staatsanwalt Mag. Roland Koch.

Doch die Vorgangsweise des Bankmitarbeiters hatte System. „Ich lebte über meine Verhältnisse“, gab der Mann zu. Mit seinem regulären Einkommen – 1600 Euro monatlich – hätte er sich kein Haus mit Garten und Pool, drei Autos in zehn Jahren, Urlaube mit der Frau und den beiden Kindern – eines kam mit einem schweren Herzfehler zur Welt – leisten können. „Ich wollte nur ein guter Vater sein“, erklärte der Angeklagte. Geld verschwand auch aus der Kassa der Ortsfeuerwehr in der Heimatgemeinde des Angeklagten: 10.000 Euro soll er als Kassier veruntreut haben. „Die Höhe stimmt so nicht. Das war vor zehn Jahren und ist schon längst geklärt“, ist von Seiten der Feuerwehr Zagersdorf zu hören. Den Schaden bei der Feuerwehr hat er gutgemacht, der Bank 34.000 Euro zurückbezahlt, rund 500.000 Euro fordert diese noch von ihm. Verurteilt wurde der Ex-Bankmitarbeiter zu drei Jahren Freiheitsstrafe.

Es ist nicht der einzige Bankenprozess im Bezirk. Am 22. Mai startet die Verhandlung gegen jenen Ex-Mitarbeiter der Oberbank, der 9,25 Millionen Euro an Kundengeldern veruntreut haben soll. Laut seinem Anwalt Wolfgang Blaschitz ist der Angeklagte voll geständig. Die Anklage wirft dem Ex-Banker schweren Betrug vor.