Erstellt am 06. Juli 2011, 00:00

„Magistrat“ auf Kontrolle in Amerika. USA-HEIM / Jugendamt-Mitarbeiter flog nach Amerika, um die bereits zwei Jugendlichen im Erziehungscamp zu kontrollieren.

Abgehoben. Ein Mitarbeiter der Eisenstädter Sozialabteilung reiste nach Amerika, um die mittlerweile schon zwei auffälligen Eisenstädter Jugendlichen in der „Glen Mills School“ zu besuchen.SYMBOLBILD: BILDERBOX  |  NOEN
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VON WERNER MÜLLNER

EISENSTADT / Im vergangenen Jahr sorgte der Fall eines 14-jährigen Türken für Aufregung. Nach einer gerichtlichen Verurteilung zu einer teilbedingten Haftstrafe – der Türke hatte Schüler terrorisiert, zur Herausgabe von Geld und Zigaretten gezwungen und Kinder geschlagen – wurde er in eine Einrichtung für Schwererziehbare in die USA gebracht. Mittlerweile befinden sich schon zwei Jugendliche aus Eisenstadt in der betreffenden Anstalt. Wie die Freiheitlichen nun erfahren haben, reiste kürzlich ein für die Jugendwohlfahrt verantwortlicher Mitarbeiter des Magistrats in die USA, um nach den Jugendlichen zu sehen.

Die Reise nach Amerika  wird vom Land bezahlt

FPÖ-Obmann Géza Molnár: „Ich stelle die Frage, ob man das, was man hier erkunden wollte, nicht auch telefonisch oder schriftlich erledigen hätte können. Für teure Dienstreisen in die USA haben die Steuerzahler aus gutem Grund wenig Verständnis.“ Bürgermeisterin Andrea Fraunschiel erklärt dazu: „Mit der Glen Mills School konnte eine Einrichtung gefunden werden, die die notwendige Betreuung übernimmt. Dort befinden sich zurzeit zwei Eisenstädter Jugendliche. Unsere Mitarbeiter halten selbstverständlich regelmäßig Kontakt zu den Burschen. Es ist jedoch auch wichtig, die Einrichtung vor Ort zu sehen, deren Umgang mit den Jugendlichen zu erfahren und uns ein Bild von der Entwicklung der beiden zu machen.“ Zu den Kosten erklärt Fraunschiel: „…, dass sich eine gute Möglichkeit geboten hat, einen unserer Mitarbeiter mit einer Delegation an Sozialarbeitern mitzuschicken, die Kosten für diese Reise hat das Land Burgenland übernommen.“ Molnár: „Als Gemeinderat tröstet es mich kaum, dass die Reise vom Land bezahlt wird. Auch Gelder, mit denen das Land hantiert, sind Steuergelder. Und gerade im Bereich Jugendwohlfahrt gibt es wichtigere Aufgaben, als Mitarbeiter in der Weltgeschichte herumzuschicken.“ Die Unterbringung in den USA kostet den Steuerzahler laut Gemeinde 50 Euro pro Tag – weniger als in einer vergleichbaren österreichischen Einrichtung.