Erstellt am 05. November 2014, 11:14

von Elisabeth Kirchmeir

Mithäftling gequält. Grausam | Weil er einen Mithäftling in der gemeinsam bewohnten Zelle misshandelte, wurde ein Mann zu elf Monaten Haft verurteilt.

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Am ersten Prozesstag Ende August hatte sich der 23-jährige Angeklagte noch „nicht schuldig“ bekannt und die Vorwürfe vehement zurückgewiesen: „Kompletter Blödsinn!“

Leberkäse aus der Toilette zu essen

Mithäftlinge und das Opfer der Attacken schilderten die Übergriffe des 23-Jährigen jedoch sehr glaubwürdig. Der Angeklagte habe das 35-jährige Opfer mit Wasser und Urin beschüttet, mit der Faust geschlagen und WC-Papier, das er zuvor zwischen die Zehen des schlafenden Zellengenossen gesteckt hatte, angezündet.

Die Schikanen gipfelten in einer besonders unappetitlichen Aktion: Der Angeklagte soll das Opfer gezwungen haben, Leberkäse, der zuvor in die Toilette geworfen worden war, zu essen.

Angeklagter gab nun Übergriffe zu

Am zweiten Verhandlungstag in der Vorwoche am Landesgericht Eisenstadt bekannte sich der Mann zumindest teilweise schuldig. Er gab zu, den Mithäftling geschlagen und im WC eingesperrt zu haben.

Er habe sich über das Verhalten des 35-Jährigen geärgert, vor allem darüber, dass dieser tagsüber in der Zelle geschlafen habe, gab der Mann vor Gericht seine Beweggründe an.

Die Richterin sprach den Mann schuldig und verurteilte ihn zu einer Haftstrafe im Ausmaß von elf Monaten unbedingt, die zusätzlich zu einer bereits früher ausgesprochenen Freiheitsstrafe verhängt wurden.

Urteil ist rechtskräftig, Fußfesseln möglich

Der Angeklagte akzeptierte das Urteil, auch die Staatsanwaltschaft verzichtete ihrerseits auf Rechtsmittel. Das Urteil ist somit rechtskräftig und gültig.

Der im Bezirk Oberwart wohnende Verurteilte hat übrigens die Möglichkeit, eine Verbüßung der Haftstrafe mittels Fußfessel zu beantragen. Die Entscheidung darüber ist jedoch noch nicht gefallen.