Erstellt am 14. Januar 2015, 07:09

Mörbisch: Ringen um Grenzen. Land präsentierte Studie zu grenzüberschreitendem Verkehr. Mörbischer diskutierten mögliche Varianten der Grenzstraße.

Vereint. Robert Wild, Peter Zinggl, Fertörákos‘ Bürgermeister János Palkovits, Erich Mahr, Jürgen Marx.  |  NOEN, BVZ

Durch die im Juni beschlossenen Gesamtverkehrsstrategie will das Land den Verkehr zwischen Österreich und Ungarn fördern.

In Mörbisch wurden nun Verkehrsvarianten für Grenzübergänge wie St. Margarethen und Mörbisch präsentiert, die vom ungarischen Koordinationszentrum für Verkehrsentwicklung in Zusammenarbeit mit dem Burgenland erarbeitet wurden.



Diese sehen Mörbisch im Zusammenhang mit St. Margarethen, wo die Ödenburgerstraße ausgebaut werden soll. Die Mörbischer Grenzstraße soll durch Elemente wie Blumentröge unattraktiv gemacht werden, um übermäßigem Verkehrszuwachs vorzubeugen. Für Mörbisch würde das rund 1.200 Autos am Tag bedeuten.

Fix ist dabei allerdings nichts: „Wir sind noch mitten in der Studie und wollen die Meinung der Bewohner der Grenzregionen einfließen lassen“, erklärte der burgenländische Verkehrskoordinator Peter Zinggl.

„Nicht auszumachen, wohin Mehrheit tendiert“

In Mörbisch haben vor allem die Anrainer der Durchzugsstraßen Angst vor wachsendem Verkehr: „Ich kann schon jetzt im Sommer meine Fenster kaum aufmachen, weil die Autos vorbeidonnern. Ich bin für die Grenzöffnung, aber nicht auf unsere Kosten“, äußerte etwa Ilse Moser ihre Bedenken. Der GRoßteil der Anwesenden äußerte sich allerdings positiv.

Auch im restlichen Burgenland soll es Infoveranstaltungen geben, bei denen Statements gesammelt und in der Studie verarbeitet werden. Im Juni soll es dann einen Endbericht geben.

„Es war auch bei der heutigen Veranstaltung nicht eindeutig auszumachen, wohin die Mehrheit tendiert. Neben der Bedeutung der Sache sollte auch das ein Anlass sein, die Angelegenheit einer Volksbefragung zu unterziehen“, so FPÖ-Bezirksparteiobmann Geza Molnár.


Zitiert: „Vergessen wir doch die Grenzen!“

„Von einer Pkw-Freigabe der Straße profitieren die Betriebe und wir könnten Mörbisch aus seiner wirtschaftlichen Blinddarmstellung befreien.“
Hermann Weiss, Mörbisch

„Vielleicht gibt es nicht mehr Einbrüche, aber die Durchlässigkeit der Grenze ist erhöht.“
Verena Strnad, Mörbisch

„Es ist nicht normal, dass wir einen 40-Kilometer-Umweg in die Nachbarortschaft nehmen müssen. Vergessen wir doch die Grenze!“
Robert Wild, Fertörákos

„Keiner will die Ungarn auf der Straße, aber als billige Arbeitskräfte sind sie euch allen recht.“
Erich Mahr, Mörbisch

„Sicher gibt es viele Autos, aber es kommen dann auch Leute aus Ungarn nach Mörbisch. Verbinden wir doch unsere Regionen.“
János Palkovits,  Bürgermeister von Fertörákos