Erstellt am 07. April 2016, 04:54

von NÖN Redaktion

Mörbischer Marina vor Gericht. Seerestaurant-Pächter verlässt Marina. Räumungsklage läuft weiter. Marx: „Auch andere gastronomische Möglichkeiten.“

Streitpunkt. Wer das Seerestaurant betreibt, steht in den Sternen.  |  NOEN
Am Montagabend kündigten Helmut Weinberger und Annelise Barbara Weidhofer, Pächter des Seerestaurants Marina im Mörbischer Seebad, via Facebook ihren Abschied von dem Lokal an.

Der Grund dafür ist ein Gerichtsstreit zwischen Weinberger und der Mörbischer Tourismus BetriebsgesmbH um Pachtverträge und Pachtzahlungen. Gegenstand der aktuellen Gerichtsverhandlungen ist eine Räumungsklage der Tourismusgesellschaft.

Pächter Weinberger fühlt sich „getäuscht“

Dazu erklärte Weinberger in einem E-Mail an Tourismus- und Gemeindevertreter: „Wir haben 2010 einen Vertrag mit 60.000 Euro mit vorhandener Betriebsanlagengenehmigung unterschrieben und auch bezahlt. Die Auflagen der Genehmigung waren nicht erfüllt. Das hat uns viel Geld gekostet“, so Weinberger.

„Als wir 2014 5000 Euro gegen die Pacht rückgerechnet haben, wurde vom mittlerweile neuen Geschäftsführer – Herrn Mahr – der Pachtvertrag aufgekündigt und eine Räumungsklage bei Gericht eingebracht“, erklärt Weinberger: „Seit Mai 2015 werden uns auch während der Wintersperre monatlich 6.000 Euro Benützungsgebühr vorgeschrieben.“

Auch in Bezug auf die Strandbar im Seebad fühlt Weinberger sich „getäuscht“: „Im Herbst 2012 wurde uns durch Interventionen von Herrn Vargyas sowie von Herrn Marx (Anm.: Ex-Seebad-Geschäftsführer Peter Vargyas und Bürgermeister Jürgen Marx) die Strandbar abgenommen, da dort ein Volleyballplatz entstehen sollte. Wir haben geräumt und haben kein Geld für das Inventar erhalten. Zwei Monate später gab es plötzlich einen neuen Betreiber.“

Weinberger hat seinerseits die Tourismusgesellschaft verklagt, um vorsteuerabzugsberechtigte Rechnungen über seine Pachtzahlungen zu erhalten. Außerdem will er das Inventar für die Strandbar in Rechnung stellen. Er habe der Tourismusgesellschaft angeboten, „unser Inventar zu kaufen, damit ein neuer Betreiber gefunden werden kann.“ Dies sei abgelehnt worden, so Weinberger, daher werde er „einen Einzelverkauf unserer Restaurantausstattung durchführen“.

Marx: „Solange kein Urteil, keine Handhabe“

Sowohl Bürgermeister Jürgen Marx (SPÖ) als auch Seebad-Geschäftsführer Peter Mahr erklären: „Dass Herr Weinberger aufhört, haben wir aus Facebook erfahren. Die Tourismusgesellschaft hat noch keine Informationen erhalten.“

Zu Weinbergers Vorwürfen meinen sie: „Das ist die einseitige Darstellung von Herrn Weinberger, da es sich aber um ein laufendes Verfahren handelt, werden wir dazu aber nicht Stellung nehmen.“

Wie es nun mit dem Seerestaurant weitergeht, ist auch knapp ein Monat vor Saisonbeginn offen: „Solange es in dem Verfahren kein Urteil gibt, haben wir keine Handhabe für das Gebäude. Wir arbeiten aber an Lösungen dafür“, so Mahr und Marx, die betonen: „Es gibt auch andere gastronomische Möglichkeiten am See.“