Erstellt am 30. November 2011, 00:00

Moik: „Kann‘s verstehn“. KARRIERE BEENDET / 1980 kam der Durchbruch mit „La Montanara“. Nun beendet ein Schicksalsschlag Kurt Elsassers Karriere.

2008. Beim SPÖ-Ball in St. Margarethen sang Elsasser (r.) mit Ex-Starmaniac Andreas Schneider.NINA SORGER  |  NOEN
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VON NINA SORGER

ST. MARGARETHEN / 33 Jahre lang war die Bühne sein Leben. 300 Lieder – vom glockenhellen „La Montanara“ im ersten „Musikantenstadl“ über den Titelsong zur TV-Serie „Ein Schloss am Wörthersee“ bis hin zum Duett „Blinder Passagier“ mit Dieter-Bohlen-Ex Nadja Abd el Farag – hat Kurt Elsasser aufgenommen. Nun kehrt der Schlagerstar diesem Leben den Rücken. Wie er seinen Fans via Newsletter mitteilte, habe ihn der Tod seiner Frau Barbara (die BVZ berichtete) dazu bewogen, seine Gesangskarriere zu beenden.

„Wurde für Bühne gezüchtet,  aber nicht für die Branche“

„Alle sagen, Barbara hätte nicht gewollt, dass ich aufhöre, aber ich kann ohne sie einfach nicht mehr auf die Bühne gehen – das wusste ich schon, als wir von ihrer Krankheit erfahren haben“, so der Schlagerstar, der seit dem Verlust seiner Frau mit Beruhigungsmitteln behandelt wird, unter Tränen: „Ihr Tod hat mir jede Freude und Fröhlichkeit genommen, die ich immer ausstrahlen und an mein Publikum weitergeben wollte.“

Bei allem Schmerz gibt Elsasser aber zu, schon länger ans Aufhören gedacht zu haben, und spart dabei nicht mit Kritik an der Musikbranche. „Ich hätte mir nie gedacht, dass mich je etwas von der Musik wegbringen könnte, aber in der Branche hat sich so viel verändert. Es gibt einfach kein Tabu mehr, keine Rücksichtnahme, man wird zu oft abgezockt – dafür bin ich scheinbar zu sensibel“, so Elsasser und bringt es auf den Punkt: „Ich sag immer: Ich wurde für die Bühne gezüchtet, aber nicht für diese harte Branche.“

Verständnis für Elsassers Entschluss hat sein Mentor, „Musikantenstadl“-Legende Karl Moik. Er begleitete den Kinderstar vom ersten „Musikantenstadl“ 1981 bis zu seinem Stimmbruch und fühlt mit ihm – auch wenn der Kontakt zwischen den beiden schon lange abgerissen ist: „Wenn jemanden ein Schicksalsschlag trifft, so wie jetzt den Kurti, dann verstehe ich das schon. Denn auf der Bühne braucht man Freude und Emotion, und wenn man das nicht hat, sollte man aufhören.“ Elsasser will sich künftig außerhalb der Musikbranche orientieren: „Ich will nichts mehr mit der Branche zu tun haben, sondern nur mehr im Hintergrund arbeiten. Zwei Projekte habe ich im Kopf – eines davon im sozialen Bereich. Vielleicht kann ich irgendwann Menschen helfen, denen es so geht wie mir gerade.“