Erstellt am 29. April 2014, 11:58

Mutter mit Messer bedroht: Einweisung. Weil er seine Mutter mit einem Küchenmesser bedroht haben soll, ist am Dienstag ein Burgenländer in Eisenstadt vor Gericht gestanden.

 |  NOEN, Erwin Wodicka (www.BilderBox.com)
Der Staatsanwalt beantragte die Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher, da der Mann laut einem Gutachten an paranoider Schizophrenie leide. Ein Schöffensenat gab dem Antrag statt und verfügte die Einweisung.

Der 30-Jährige, der unter Sachwalterschaft steht, lebte zur Zeit des Vorfalls im Februar des Vorjahres allein in einer Wohnung. Seine Mutter habe ihn regelmäßig besucht und ihm Essen und Zigaretten gebracht, schilderte er vor Gericht.

Bei so einem Besuch sei er plötzlich aufgestanden und zum Küchenschrank gegangen. Er habe ein Küchenmesser mit einer 13,5 Zentimeter langen Klinge genommen und es der Mutter an den Hals gehalten, so der Staatsanwalt. Beim darauffolgenden Gerangel sei das Messer zerbrochen. Die Mutter verließ die Wohnung und meldete den Vorfall der Polizei.

Situation missverstanden

"Es wurde die Situation missverstanden. Es gab zwar ein Gerangel, aber er hat sie in keiner Weise bedroht", führte seine Verteidigerin aus. "Es geht nicht um einen Schuldspruch, sondern darum, ob sie eine strafbare Handlung begangen haben oder nicht", erläuterte der Vorsitzende Wolfgang Rauter, der den 30-Jährigen auch zu anderen Vorfällen in Vergangenheit befragte.

Der Mann sei auch öfters in Lokale gegangen, in denen er bereits Lokalverbot hatte, schilderte ein Polizist. "Ich muss sagen, dass wir fast schon bei jedem Dienst einschreiten mussten", sagte der Beamte. Als die Mutter des Mannes nach dem Vorfall zur Polizei gekommen sei, habe sie nicht zornig, sondern "eher geschockt" gewirkt.

"Er hat mir noch nie etwas getan"

Die Mutter hatte bei dem Zwischenfall eine Verletzung am Kinn erlitten. "Es war nur ein Kratzer", sagte sie bei ihrer Befragung. "Er hat mir noch nie etwas getan", erzählte die Frau, die vor Gericht in Tränen ausbrach. Sie habe sich aber schon öfter gefürchtet.

Ihr Sohn beteuerte vor dem Senat: "Ich brauche keine Therapie, ich brauche einen neuen Wohnplatz." Der psychiatrische Sachverständige erklärte, er habe keinerlei Zweifel, dass der 30-Jährige zum Tatzeitpunkt unzurechnungsfähig gewesen sei. Aufgrund seiner Erkrankung habe er sein Handeln nicht selber steuern können. Auch für die Zukunft bestünde ohne Therapie ein hohes Gefährdungspotenzial, weshalb eine Maßnahme zu empfehlen sei. In ihrem Schlusswort meinte die Verteidigerin, sie tue sich schwer, wenn sie eine bedingte Entlassung beantragen müsste. Der Schöffensenat entschied, den 30-Jährigen in eine Anstalt einzuweisen. Sowohl der Staatsanwalt als auch die Verteidigerin verzichteten auf Rechtsmittel.