Erstellt am 25. Mai 2011, 00:00

Nach dem Tornado: Warten auf die Hilfe. UNWETTER-KOSTEN / Sind Schäden nicht durch die Versicherung abgedeckt, kann beim Land Unterstützung angesucht werden.

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VON DORIS FISCHER

MÜLLENDORF / Der Sturm, der am Samstag der Vorwoche über Müllendorf fegte (die BVZ berichtete), lässt Betroffene verzweifeln. „Innerhalb weniger Minuten kann einem die Lebensgrundlage entzogen werden“, ist von einem älteren Herrn zu hören.

Ein Betroffener (Name der Redaktion bekannt) schildert, dass er nicht mehr weiter weiß. Er und seine Familie wurden von dem Tornado überrascht, das Dach wurde abgetragen, Wasser drang in das obere Stockwerk ein, verwüstete Kassettendecken, Möbel und Laminatböden. Die ersten großen Arbeiten – wie das Dichtmachen des Daches – wurden mittlerweile erledigt. „Jetzt aber stehen die Arbeiten, weil wir auf die Versicherung warten müssen. Ein Sachverständiger sollte eigentlich heute bei uns vorbeischauen“, erzählt der betroffene Familienvater. Derzeit stehen der vierköpfigen Familie nur zwei Zimmer zur Verfügung.

Hilfe kommt auch vom  Katastrophenschutzfonds

Erste Kostenvoranschläge hat die Familie bereits eingeholt. Woran es sich jetzt spießt, so der Familienvater, ist, ob die Versicherung alles zahlt. Mittlerweile beläuft sich die Schadenssumme auf 60.000 Euro. „Wir wollen nichts Besonderes, sondern nur den ursprünglichen Zustand wieder herstellen“, lässt der Mann wissen.

Unterstützung soll es auch aus den Mitteln des Katastrophenschutzfonds geben, so sieht es die Gemeinde Müllendorf in einem Schreiben an die Haushalte vor. Denn nicht alle Schäden sind durch die Versicherung abgedeckt. So ist in dem Schreiben von Bürgermeisters Werner Huf (SPÖ) zu lesen, dass die Abteilung 4a der Landesregierung versichert hat, dass Schäden, die keine versicherungstechnische Deckung finden, aus dem Katastrophenfonds – zumindest bis zum Zeitwert – ersetzt werden. „Der Antrag muss spätestens fünf Wochen nach Schadenseintritt beim Gemeindeamt eingelangt sein“, stellt Amtmann Wilhelm Matkovits fest. Beizulegen sind der aktuelle Jahreslohnzettel aller im Haushalt lebenden Personen, der Umsatzsteuerbescheid bei Selbstständigen, der Einheitsbescheid bei Landwirten und eine Liste der von der Versicherung übernommenen Schäden. Je nach Einkommen werden 30 bis 40 Prozent der Schadenssumme ersetzt.

MÜLLNER/SORGER