Erstellt am 19. Januar 2011, 00:00

Nur acht Minuten für 40 Millionen Euro. BAHN / Rechnungshof kritisiert vor allem 32 Prozent Mehrkosten bei der Elektrifizierung der Strecke nach Neusiedl.

Ahnung. Hat Werner Faymann bei der Projektpräsentation im Juli 2008 schon eine Ahnung über die explodierenden Kosten?MÜLLNER  |  NOEN
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VON BETTINA EDER

EISENSTADT / Gebracht hat die Elektrifizierung der Bahnstrecke Wulkaprodersdorf–Eisenstadt–Neusiedl am See den bahnnutzenden Pendlern insgesamt acht Minuten Zeitersparnis pro Strecke.

Kosten hätte der Ausbau Land und ÖBB insgesamt 31,1 Millionen Euro sollen, tatsächlich müssen die Steuerzahler jetzt tiefer in die Tasche greifen. Denn die Kosten stiegen um rund 32 Prozent – auf 40,95 Millionen Euro –  gestiegen. Zurückzuführen ist das laut Rechnungshof „auf die unterschiedlichen Preisbasen der Kostenprognosen, fehlende Kostenelemente und zusätzliche Leistungen (etwa Spezialmaschinen, Bahnsteig, Vermessung).“

ÖBB-Sprecher : „Keine  Kosten für Valorisierung“

Warum es dazu gekommen ist, erklärt Herbert Ofner, Pressesprecher der ÖBB, so: „Die Grobkostenschätzung enthielt vereinbarungsgemäß keine Kosten für eine Valorisierung (Anm. Wertsteigerung). Eine weitere Kostensteigerung ergab sich durch technisch bedingte Leistungsänderungen im Zuge der Bauausführung – unter anderem durch den zusätzlichen Einsatz von Spezialmaschinen und die aufwendige Sanierung des im größeren Ausmaß vorhandenen vernässten Schotterbettes.“

„Probleme mit interner  Leistungsverrechnung“

Kritisiert wurden neben der Kostenexplosion auch die interne Leistungsverrechnung sowie die Vereinbarung zur Kostenübernahme. Laut diesem „Burgenland-Vertrag“ trägt das Land 40 Prozent der Planungs- und 20 Prozent der Durchführungskosten. Jedoch fehle laut Rechnungshof die „Abgrenzung zwischen Kosten und Durchführung“. Die „offenen Rechnungen“ sind jetzt laut Büro des Landeshauptmannes Thema bei Verhandlungen zwischen ÖBB und Land Ende des Monats, an denen auch Landeshauptmann Hans Niessl selbst teilnehmen wird.

Ob überhaupt und wie viel das Land beitragen wird, könne man derzeit allerdings nicht sagen. Pressesprecherin Veronika Maria dazu: „Es geht vorerst darum, wie viel wirklich zu zahlen ist.“ Sie betont allerdings, dass das Land gesprächsbereit sei.