Erstellt am 06. März 2013, 00:00

Odyssee zur Hilfe. Soforthilfe / In einer Notsituation hilft nur warm einpacken, denn an bedingungsloser und schneller Soforthilfe fehlt es im Burgenland.

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Von Nina Holler und Bettina Eder

EISENSTADT / Einem jungen Mann stand die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben, als er bei einem zufälligen Lokalaugenschein der BVZ in der Pannonischen Tafel von seiner Situation erzählte. Er wurde von seinem Vermieter samt drei Kindern auf die Straße gesetzt. Immer wieder ist Andrea Roschek von der Pannonischen Tafel mit solchen Tragödien konfrontiert, und immer wieder werden nur kurzsichtige Lösungen angeboten.

Statt Soforthilfe  Telefonodyssee

Leid tut es dem Betroffenen am meisten wegen seiner drei Kinder. „Es wurde mir angeboten, sie freiwillig in eine Pflegefamilie zu geben. Denn im Falle einer Obdachlosigkeit würde man sie mir wegen Gefahr in Verzug sowieso wegnehmen und dann könnte ich sie nie wieder sehen“, weint der Mann. Die BH Mattersburg gibt zu dem Fall keine Auskünfte und verweist auf die Amtsverschwiegenheit. Das Schicksal der ganzen Familie ist derweil ungewiss. Unterstützung fand der Mann bei Andrea Roschek. Dennoch mündete die Hilfesuche in eine wahre Telefonodyssee. Die Lage wurde zusätzlich durch die Tatsache erschwert, dass der letzte Wohnsitz nicht Eisenstadt war.

„Vom Rathaus über die BH bis zur Landesregierung waren mehrere Behördenanrufe notwendig, um den richtigen Ansprechpartner und die notwendigen Informationen zu bekommen. Wobei man meist noch von einem Ansprechpartner auf den nächsten und wieder retour verwiesen wurde“, so Roschek. Eine Lösung bot sich nach rund 20 Anrufen durch die Sozialabteilung der Stadtgemeinde Eisenstadt an, nachdem ein Anruf der BVZ Bewegung ins Spiel gebracht hatte. Abteilungsleiter Walter Hanel, zuerst für den Mann nicht erreichbar, bot dem jungen Vater nach einem Kurzgespräch an, vorerst ein Quartier in Eisenstadt zu beziehen, das „wir dann schon zahlen werden“. Bis Ende der nächsten Woche darf der Obdachlose nun im Heim einer sportlichen Organisation übernachten. Wie es weitergeht, das steht allerdings in den Sternen.

Abgestempelt. Erst nach einer Telefonodyssee, bei der jeder Ansprechpartner auf den nächsten verwies, gab‘s eine Lösung.

Waldhäusl