Erstellt am 03. März 2016, 05:59

von Birgit Böhm-Ritter

Pannobile am Westufer des Sees. Die legendäre Golser Winzer-Vereinigung „expandiert“ auf das Westufer des Neusiedler Sees, erste Trauben bereits gekeltert.

Pannobile verpflichtet. Andreas Gsellmann, Gernot Leitner, Gernot Heinrich, Helmuth Renner, Hans Nittnaus, Judith Peck, Claus Preisinger, Gerhard Pittnauer, Paul Achs. Foto: zVg  |  NOEN, zVg
„Pannobile“ ist ein klingender Name unter Weinkennern. Die Winzervereinigung bestehend aus neun Golser Weingütern ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

Die Weinbaulagen, die sie bei ihrem Zusammenschluss 1994 zu „Pannobile-Lagen“ erkoren haben, wurden jetzt erweitert – und zwar um jene die sich westlich des Ufers des Neusiedler Sees befinden – von Breitenbrunn bis hinunter nach Rust und Mörbisch.

„Offen gegenüber neuen Lagen sein“

„Wir haben erkannt, dass die Böden in der Region Leithaberg ein riesiges Potenzial haben, das man nicht ausschließen darf. Es entstehen am Westufer faszinierende Weine“, begründet Gründungsmitglied Hans Nittnaus.

Die Erweiterung des Pannobile-Gebietes stellt fast einen Tabu-Bruch in der Gründungsphilosophie der Vereinigung dar. 1994 wurden die Lagen, auf denen Pannobile-Weine entstehen dürfen, strikt definiert: Sie gehörten alle zum Weinbaugebiet Neusiedler See – und lagen am Südrand der Parndorfer Platte. Die Lagen reichten von Neusiedl am See, Weiden am See, Gols, Mönchhof bis Halbturn.

Die Idee dahinter: Man wollte nicht international sein, sondern nur den Böden, der Gegend und dem Klima der eigenen Region verpflichtet sein. So sollte aus heimischen Sorten ein Wein höchster Güte entstehen.
Dieses Credo gilt freilich immer noch, mit der Grenzziehung der Pannobile-Lagen ist man bei den Golser Winzern aber nicht mehr so streng.

Einer Erweiterung solle man offen gegenüber stehen, sagt Nittnaus, schließlich seien etwa die Südwesthänge des Wagrams prädestiniert für Rotweine. „In vielen Sitzungen haben wir schließlich vor mehr als einem Jahr entschieden, dass wir uns nicht selbst einschränken dürfen.“ Nun gilt: Pannobile-Weine dürfen rund um den Neusiedler See wachsen und heuer gibt es erste vielversprechende Ergebnisse in den Weinkellern.

Die Bodenbeschaffenheit ist westlich des Seeufers eine andere als östlich davon. Die kalk- und schieferhältigen Böden am Leithagebirge bringen ein feineres Geschmacksbild hervor, die Schotterböden am Ostufer sind wiederum prädestiniert für wuchtige und schwere Weine.