Erstellt am 21. März 2014, 13:10

Pensionistin wurde um ihr Erspartes gebracht. Am Donnerstagvormittag wurde eine 75-jährige Pensionistin aus dem Bezirk Eisenstadt-Umgebung mit Hilfe des sogenannten „Neffentricks“ um einen hohen fünfstelligen Eurobetrag betrogen.

 |  NOEN, Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)
Die Rentnerin erhielt gegen 9.00 Uhr einen Anruf eines Mannes, der sich namentlich nicht vorstellte. Er verhielt sich im Zuge des Gespräches wie ein guter Bekannter der Betrogenen und war rhetorisch äußerst wortgewandt. Die 75-Jährige glaubte an der Stimme einen Verwandten zu erkennen.

Massiver Druck und Telefon-Terror

Im Verlauf des Gesprächs teilte ihr der Anrufer mit, dass er sich momentan in Wien aufhalte und dringend Geld für den Ankauf einer Immobilie benötige. Auf massives Drängen hob die Frau zunächst einen Betrag im niedrigen fünfstelligen Eurobereich ab, doch mit dieser Summe gab er sich nicht zufrieden und setzte den Druck in Form unzähliger Telefonanrufe fort.

Er rief dabei sowohl am Festnetz- als auch am Mobiltelefonanschluss an und forderte eine noch höhere Summe, um sein angebliches Finanzierungsprojekt bewerkstelligen zu können. Dadurch brachte sie erneut dazu, seinen Aufforderungen Folge zu leisten: Die Frau bat ihren 81-jährigen Lebensgefährten den restlichen Geldbetrag im mittleren fünfstelligen Eurobereich von der Bank zu beheben.

Vertreter des Anrufers lief mit Geld davon

Erst als dies geschah gab sich der Betrüger zufrieden und vereinbarte ein Treffen zwecks Geldübergabe. Um selbst nicht als der vermeintliche „Verwandte“ erkannt zu werden, teilte er ihr mit, verhindert zu sein und einen guten Bekannten zu entsenden.

Am verabredeten Treffpunkt erschien dann ein 35 bis 40 Jahre alter, etwa 1,60 m großer Mann mit blauen Augen und schmalem Gesicht sowie dunklem Teint. Bekleidet war er mit einer kurzen braunen Jacke, einer grau beigen Hose und einer graukarierten Kappe. Um seine Schulter hatte er eine braune Umhängetasche in Wildlederoptik.

Nach der erfolgten Übergabe lief der Kriminelle plötzlich davon; erst jetzt wurde die Pensionistin misstrauisch und schöpfte Verdacht. Sie stellte Kontakt zum eigentlichen Verwandten her und musste feststellen, dass sie einem Betrug zum Opfer gefallen war.

Polizei warnt vor Betrügern

Da es in den letzten Wochen zu ähnlich gelagerten Delikten bzw. Versuchen im Bezirk Eisenstadt kam, möchte die Landespolizeidirektion Burgenland hinsichtlich dieser Vorgehensweisen die Bevölkerung sensibilisieren.

Die LPD bittet zudem darum, sachdienliche Hinweise zum konkreten Fall oder auch ähnlich gelagerten Delikten an die nächste Polizeidienststelle zu übermitteln.