Erstellt am 13. Juli 2011, 00:00

Polit-Hick-Hack um Esterházy-Hotelprojekt. SCHÜTZEN / Esterházy-Betriebe planen Tourismusprojekt am Rande des Tiergartens. Die Meinungen dazu sind geteilt.

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SCHÜTZEN /  Am Rande des ehemaligen Tiergartens der Familie Esterházy soll ein Gästehaus entstehen. Die Planung dafür erfolgte im Jahr 2003. Kürzlich wurde das Projekt dem Gemeinderat vorgestellt. Das unabhängige Bürgerforum (uBf) und die Bürgerinitiative (BI) sehen in dem Projekt nur Vorteile.

Die Interessengemeinschaft (IG) Schützen schützen ortet hingegen wirtschaftliche Interessen der Esterházy Betriebe und steht dem geplanten Bau vorerst kritisch gegenüber: Die Umfahrung-Süd wurde aus Gründen des Naturschutzes maßgeblich von den Esterházys verhindert, gleichzeitig möchten sie aber jetzt ein Gästehaus in der Nähe eines ehemaligen Tiergartens errichten. Entweder man ist für den Naturschutz oder dagegen. Meiner Meinung nach stehen die wirtschaftlichen Interessen der Esterházy-Betriebe hier im Vordergrund. Die Argumente stellen sich für mich nicht ehrlich gemeint dar, erklärt Hans Jörg Kos von der Interessengemeinschaft. Das heißt nicht, dass wir dieses Projekt a priori ablehnen. Das prioritäre Problem sollte vorerst aber die Errichtung einer Umfahrung sein, so Kos weiter.

Gästehaus grundsätzlich  positiv zu sehen

Die Bürgerinitiative und das unabhängige Bürgerforum sehen hingegen nur die Vorteile. Wir stehen dem Projekt positiv gegenüber. Es schafft Arbeitsplätze und sanfter Tourismus belebt unseren Ort, ist sich Peter Simak, Sprecher der Bürgerinitiative, sicher.

Ähnlich auch Bibiane Watzek vom unabhängigen Bürgerforum: Eine Bürgerinitiative muss nicht gegen alles sein. So ein Projekt würde die Region aufwerten für mich ist ein Widerstand dagegen zur Gänze unverständlich. Ob die Errichtung eines Gästehauses realisiert werden kann, ist zurzeit noch ungewiss. Die erste Instanz, die es durchlaufen muss, ist der Gemeinderat. Das Projekt wurde in der letzten Gemeinderatssitzung vorgestellt. Bislang hatten wir noch nicht die Zeit, uns näher damit zu befassen und die Einzelheiten zu besprechen, beschreibt Vizebürgermeister Roman Zehetbauer (ÖVP).

Unterdessen macht die SPÖ gegen das Projekt mobil. Die Schützener haben jetzt schwarz auf weiß, dass es den Umfahrungsgegnern nicht wie vorgeschoben um die Umwelt geht. Hier soll offenbar die Zukunft einer Gemeinde dem Schnösel-Domizil einer Reichen-Clique geopfert werden. Wirtschaftliche Interessen stehen da offensichtlich vor der Lebensqualität der Menschen, argumentiert SP-Landesgeschäftsführer Robert Hergovich. Von Seiten Esterházy sieht man das anders: Wir glauben, dass die Gemeinde dabei nur gewinnen kann. Ein privater Eigentümer ist bereit, etwa zwei Millionen auf eigenen Flächen zu investieren. Das Gästehaus würde einerseits zehn bis 15 Arbeitsplätze bringen; andererseits kann der sanfte Tourismus in der Gemeinde einen wichtigen Anstoß erhalten, erklärt Barbara Wagner-Gmeiner, Pressesprecherin der Esterházy Betriebe.