Erstellt am 02. Juli 2015, 20:26

von NÖN Redaktion

Polizei-Sportplatz als Unterkunft für 160 Flüchtlinge. 160 Asylwerber werden vorübergehend in Zelten auf dem Sportplatz der Landespolizeidirektion untergebracht - als provisorische Lösung nach einer Übereinkunft des Landes Burgenland mit dem Innenministerium am Donnerstag.

 |  NOEN, APA
Das Innenministerium hielt am Donnerstag in einer Aussendung fest: „Die diese Woche laufenden Bund-Land-Gespräche in den einzelnen Bundesländern bringen teilweise echte Lichtblicke für unaufgeregte Lösungen. Allerdings sind noch keine nachhaltigen Sofort-Lösungen dabei. Die Situation in Traiskirchen muss aber jetzt sofort geändert werden. Hunderte Menschen schlafen sonst unter freiem Himmel. Das ist nicht tragbar.“

Aus diesem Grund wurden weitere provisorische Zelt-Unterkünfte veranlasst – auch im Burgenland. „Das Bundesland Burgenland hat dem Innenministerium eine Unterkunft für 80 Flüchtlinge zum sofortigen Bezug zugesagt“, so die Aussendung.

Übergangsweise 20 Zelte auf LPD-Platz

Wenn alle Zusagen der Gespräche mit den Bundesländern halten würden und in konkreten Übernahmen münden könnten, dann känne hoffentlich auch bald wieder mit dem Abbau der Zelte begonnen werden. „Das ist jedenfalls eine lösbare Aufgabe, die wir gemeinsam schaffen können und unser gemeinsames Interesse“, so Mikl-Leitner.

Die Zelte im Burgenland werden auf dem Sportplatz der Landespolizeidirektion Burgenland in Eisenstadt errichtet, konkret 20 Zelte für 160 Flüchtlinge.

Update: Freitag/Samstag wurden 20 Zelte und zwei WC-Wägen aufgestellt:



Parallel will das Innenministerium mit einer positiven Informationskampagne „Mut machen Quartiere zur Verfügung zu stellen“, so Mikl-Leitner, „Wer Quartiere anbietet, der zeigt nicht nur Hilfsbereitschaft, sondern auch Selbstbewusstsein.

Steiner: „Politische Bankrotterklärung“  

Entsetzt zeigte sich Eisenstadts Bürgermeister, der burgenländische gf. ÖVP-Obmann Thomas Steiner: „Es genügt einfach nicht, nur von ‚kleinen Einheiten’ bei der Unterbringung von Asylwerbern zu träumen, während die Realität ganz anders aussieht. Niessl und sein Helfershelfer Tschürtz wissen seit Wochen, dass die vorhandenen Quartiere nicht ausreichen und blieben trotzdem untätig.“

Steiner kritisiert weiter: „Niessl soll seinevollmundigen Ankündigen endlich auch umsetzen und passende Quartiere organisieren.“



Dass die Zelte gerade in Eisenstadt aufgestellt würden, sei für ihn besonders bemerkenswert. „Immerhin erfüllt die Stadt als eine der wenigen burgenländischen Gemeinden umgerechnet die Bundesland-Quote für die Versorgung der Flüchtlinge“, so Steiner.
 
Aus seiner Sicht sei die Unterbringung der Flüchtlinge in Zelten „die politische Bankrotterklärung der gescheiterten Asylpolitik. Diesen Vorwurf kann ich weder den Bundes- noch Landesverantwortlichen ersparen. Die Art der Unterbringung von Schutzsuchenden in Zelten ist menschenunwürdig und beweist das aktuelle Versagen der heimischen Politik in der Flüchtlingsfrage.“