Erstellt am 08. November 2011, 12:40

Prozess: Alko-Biker krachte gegen Schranken. Ein 25-jähriger Burgenländer hat sich am Dienstag wegen eines Motorradunfalls im Juni in Rust vor Gericht verantworten müssen: Der Mann soll alkoholisiert und fast dreimal schneller als erlaubt (86 anstatt 30 km/h, Anm.) unterwegs gewesen sein und deshalb die Kontrolle über sein Bike verloren haben.

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Er krachte gegen einen Schranken und wurde dabei schwer, seine mitfahrende 18-jährige Nichte leicht verletzt. Der Burgenländer wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung zu zehn Monaten bedingter Freiheitsstrafe und 1.200 Euro unbedingter Geldstrafe - nicht rechtskräftig - verurteilt.

Vor Gericht bekannte sich der Mann aus dem Nordburgenland schuldig, beteuerte allerdings, am Unfalltag keinen Alkohol konsumiert zu haben. Alfred Ellinger, Richter und Vizepräsident des Landesgericht Eisenstadt, meinte dazu: "Sie können nicht so viel Restalkohol gehabt haben. Sie haben mit Sicherheit etwas getrunken." Laut medizinischem Gutachten betrug der Alkoholwert im Blut zum Unfallzeitpunkt 1,9 bis zwei Promille. Außerdem sei der Motorradfahrer viel zu schnell - in einer 70-km/h-Zone fuhr er 112 km/h und in einer 30-km/h-Zone 86 km/h - unterwegs gewesen.

Die Nichte des 25-Jährigen, die bei dem Sturz einen Bruch des linken Oberkiefers sowie Abschürfungen und Prellungen erlitt, konnte sich an den Unfalltag nicht mehr erinnern, bat den Richter jedoch um ein mildes Urteil für den Beschuldigten.

Der Richter wertete die Unbescholtenheit des Angeklagten und das umfassende, reumütige Geständnis als mildernd. Normalerweise würde es in einem solchen Fall eine unbedingte Freiheitsstrafe geben, meinte Ellinger. Hier handle es sich allerdings um einen Ausnahmefall, weil einerseits eine nahe Verwandte verletzt wurde und diese andererseits Fürbitte für ihn leistete. Der Angeklagte nahm das Urteil an, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab.