Erstellt am 14. März 2014, 17:59

Prozess um schweren Raub vertagt. In Eisenstadt sind am Freitag drei Männer vor Gericht gestanden, die sich für einen schweren Raub im vergangenen September im Südburgenland verantworten mussten. Der Prozess wurde am Nachmittag vertagt.

Foto: Erwin Wodicka  |  NOEN, Erwin Wodicka
Am 15. September 2013 sind maskierte Männer in das Haus des Opfers eingedrungen. Sie hatten Kleidung, Taschenlampen, Sturmhauben und ein Messer dabei. Man habe Geld - 1.300 Euro - holen wollen, das einem der Angeklagten zustand und das das Opfer ihm schuldete, gab ein zum Tatzeitpunkt 19-jähriger Burgenländer bei seiner Einvernahme an. Er war laut Staatsanwalt Christian Petö bei der Tat "völlig ausgerastet".

Das Opfer hatte angegeben, dass der Angeklagte ihm den Lauf einer Pistole in den Mund hielt und "I kill you, I kill you" schrie. Davon wollte der mittlerweile 20-Jährige vor Gericht jedoch nichts wissen. Er sei zwar dabei gewesen, aber davongelaufen, als das Opfer in der Dunkelheit plötzlich in der Küche des Hauses stand und um Hilfe rief.

"Diese Geschichte ist haarsträubend"

Laut seinen Aussagen sei das Vorhaben gewesen, einen Diebstahl zu begehen, um auf diese Weise das Geld zurückzuholen. Die beiden anderen Angeklagten hätten gewusst, dass das Opfer einen Tresor in seinem Haus hatte. Diesen wollte man aufbrechen. Sie seien mit drei Taschenlampen und einem Messer in das Haus eingedrungen.

"Diese Geschichte ist haarsträubend. Dann stehen Sie mit großen Augen vor dem Tresor und wollen ihn aufbrechen mit einer Taschenlampe und einem Messer?", hielt die Vorsitzende des Jugendschöffensenats, Richterin Birgit Falb, dem jungen Burgenländer vor. Sowohl der 20-Jährige als auch die beiden anderen Angeklagten, ein 23- sowie ein 36-jähriger Ungar, verwickelten sich immer wieder in Widersprüche.

Opfer zog sich mehrere Verletzungen zu

Die Einvernahme des Opfers verlief vor Gericht sehr emotional. Der Mann, der sich durch einen Kopfsprung durch das Fenster auf den Beton vor den maskierten Männern in seinem Haus retten wollte, wurde bei dem Überfall schwer verletzt. Ein Mann habe ihm mit einer Pistole mehrmals auf den Kopf geschlagen. Die Folge waren mehrere Platzwunden. Das Opfer war damals wach geworden, weil sein kleiner Hund - "mein Lebensretter übrigens" - nicht aufgehört habe zu bellen.

Er sei aufgestanden, habe nachgesehen, drei Gestalten wahrgenommen und habe den "absoluten Schock" seines Lebens erlitten. "Zwei haben Pistolen auf mich gehalten", danach folgte der Sprung aus dem Fenster. Die Männer hätten ausgesehen, "wie man sich Killer vorstellt". Alle drei Beschuldigten bestritten vor dem Senat, eine Waffe benutzt zu haben.

Täter bekennen sich nur teilweise schuldig

Der ältere Ungar und der Burgenländer bekannten sich zum Teil schuldig. Im Laufe der Verhandlung war dies allerdings nicht mehr so klar. Der Prozess wurde aufgrund der fortgeschrittenen Zeit auf unbestimmte Zeit vertagt. Die Verhandlung, die zunächst nur bis Mittag angesetzt war, wurde bereits am Vormittag spontan für ganztägig einberaumt.