Erstellt am 07. März 2012, 18:58

Prozess um Suchtgifthandel in Eisenstadt. Wegen Suchtgifthandel sind am Mittwoch in Eisenstadt drei Wiener und ein gebürtiger Tiroler zu unbedingten Haftstrafen im Ausmaß von zwei bis fünf Jahren verurteilt worden.

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Die Anklage warf ihnen Besitz und Verkauf von Cannabiskraut in großer Menge vor. Die Vier gehören zu einer Gruppe von zehn Personen, denen die Staatsanwaltschaft den Erwerb und die Weitergabe von zusammengerechnet mehreren Hundert Kilogramm Cannabiskraut zur Last legte. Zwei Männer und zwei Frauen waren bereits zu bedingten und teilbedingten Strafen verurteilt worden. Gegen zwei weitere mutmaßliche Komplizen ist das Verfahren noch im Gange.

Die Angeklagten, unter ihnen zwei Taxifahrer, sollen großteils in Wien Cannabiskraut gewinnbringend weitergegeben haben. Über Abnehmer kamen ihnen burgenländische Ermittler auf die Spur. Dem 23-jährigen gebürtigen Tiroler, der auch als Straßenverkäufer tätig gewesen sein soll, wurde außerdem Körperverletzung vorgeworfen. Er soll im Zuge eines Streits einem Kontrahenten eine Schnittwunde am Unterarm zugefügt haben. Sein Anwalt plädierte auf Notwehr, da sein Mandant von vier Männern angegriffen worden sei.

Die Angeklagten bekannten sich des Besitzes und in einigen Fällen auch des Handels mit Cannabiskraut schuldig. Ihre Verteidiger zogen jedoch die von der Anklage aufgrund von Ermittlungsergebnissen angenommenen Suchtgiftmengen - ein 42-jähriger Wiener soll anderen insgesamt 230 Kilogramm überlassen haben - massiv in Zweifel.

Beim 42-Jährigen sah der Schöffensenat unter Vorsitz von Wolfgang Rauter schließlich den Verkauf von 75 Kilogramm als erwiesen an und verurteilte ihn zu fünf Jahren Haft. Ein 34-Jähriger, der bei Suchtgiftgeschäften als Fahrer fungiert haben soll, erhielt zwei Jahre. Der Tiroler wurde zu drei, ein 37-jähriger Wiener zu dreieinhalb Jahren verurteilt. Die Urteile sind nicht rechtskräftig, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab.