Erstellt am 05. Juni 2013, 00:00

Prügelei nach Match. Falsch ausgesagt? /  Nach Fußballspiel kam es zu Schlägerei auf der Tribüne. Beteiligter soll zugunsten eines Freundes gelogen haben.

Von Elisabeth Kirchmeir

PURBACH, NEUBERG / Ein 23-jähriger Fußballfan, Anhänger des UFC Purbach, muss sich vor Gericht verantworten, weil er nach einer Schlägerei im Juni 2011 bei der Polizei und vor Gericht falsch ausgesagt haben soll: Er soll einen Freund, der selbst aktiv Fußball spielt und bereits eine Vorstrafe hatte, geschützt, und einen anderen befreundeten Fan verleumdet haben.

Der Fußballspieler, der nach dem Meisterschaftsspiel im Juni 2011 einen Fan des SV Neuberg schwer verletzt haben soll, wurde für diese Straftat im Dezember 2012 zu 4.600 Euro Geldstrafe verurteilt. Dennoch bekannte sich sein Freund, der wegen falscher Zeugenaussage und Verleumdung angeklagte Fußballfan, nicht schuldig und blieb dabei: Nicht der Kicker, sondern der andere, damals anwesende Freund habe den Faustschlag gesetzt.

„Es kam zu einem Wortgefecht, Bierbecher flogen“, sagte der Angeklagte. „Wie erklären Sie sich, dass außer Ihnen niemand den anderen Mann belastet?“, wunderte sich der Staatsanwalt.

Beleidigungen und 

„Sie haben uns beleidigt und bespuckt“, erinnerte sich jener Purbach-Fan, der vom Angeklagten zu Unrecht beschuldigt worden war. Auch er nahm den Kicker in Schutz und behauptete, er selbst sei es gewesen, der zugeschlagen habe. „Mir wurde ins Gesicht gespuckt, ich schüttete dem Mann Bier ins Gesicht“, berichtete das 26-jährige Opfer dieser Auseinandersetzung. Die darauf folgende Rangelei sei bereits vorüber gewesen, als ihm der Kicker einen heftigen Schlag ins Gesicht verpasst haben soll. „Ich erlitt dabei einen Nasenbeinbruch“, so der 26-Jährige.

„Ich fühlte mich in meinem Stolz gekränkt“, berichtete der Kicker über seine Stimmung nach dem Match. Er sei „sicher kein Unschuldslamm“, habe in Richtung des späteren Opfers gespuckt. „Den letzten Schlag habe ich gesetzt. Meine Kollegen hatten sich schon umgedreht“, gab er die Straftat zu.

Der Richter vertagte den Prozess, weil ein Zeuge nicht erschienen war.