Erstellt am 13. November 2015, 04:53

von NÖN Redaktion

„Hier liegt geborgen“: QR-Code für Grabsteine am Jüdischen Friedhof. Fast alle Grabsteine am Jüdischen Friedhof wurden in mühseliger Kleinarbeit dokumentiert und mit einem QR-Code versehen.

Vergangenheit. Das letzte Begräbnis fand vor über 140 Jahren am älteren jüdischen Friedhof von Eisenstadt statt.  |  zvg/Müllner
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Das Österreichische Jüdische Museum hat als eines der wenigen Jüdischen Museen in Europa das große Glück, nicht nur im ehemaligen jüdischen Viertel Eisenstadts etabliert zu sein, sondern auch zwei jüdische Friedhöfe – vom Museum kaum 300 Meter entfernt – in die tägliche Museumsarbeit einbeziehen zu können.

Dies nahm Museumsdirektor Johannes Reiss zum Anlass, um die Grabsteine des älteren der beiden Friedhöfe eindeutig zuzuordnen.

Acht Monate wurde geforscht

In acht Monaten intensivster Arbeit hat das Museum nicht nur eine vollständige digitale Edition des älteren Jüdischen Friedhofes erstellt.

Die Aufzeichnungen umfassen Foto, Lageplan, komplette zeilengerechte Abschrift der Inschrift, biografischen Notizen, Anmerkungen zur Inschrift und Verlinkung aller Verwandten des Toten sowie Personen- und Lageplanregister.

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Außerdem wurde auch jeder einzelne Grabstein auf dem Friedhof mit einer neuen Standortnummer versehen. Sowohl mit QR-Code (via Smartphone) als auch mit bereit gestellten gedruckten Listen kann ab sofort jeder Begrabene sicher gefunden werden.

Acht Monate wurde auf dem Friedhof geforscht. Man habe die hebräischen Inschriften auf allen 1.082 Grabsteinen analysieren müssen, erklärte der Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg.

Damit wird vielleicht die eine oder andere Familiengeschichte aufgeklärt oder ergänzt. Im Jüdischen Museum gibt es pro Jahr sicher Hunderte von Anfragen, wo die Gräber von Verwandten zu finden seien. Seit 1922 hat man nicht gewusst, wo sich welches Grab befunden habe, nun kann jederzeit Auskunft gegeben werden.