Erstellt am 17. November 2010, 00:00

Rechte Parolen im Park. WIEDERBETÄTIGUNG / Neonazis versammelten sich von 2007 bis 2009 in Eisenstadt, um eine rechtsradikale Gruppe zu gründen. Jetzt standen einige von ihnen vor Gericht.

13 der 14 Angeklagten erschienen vor Gericht - einer fehlte wegen eines Spitalsaufenthaltes.ELISABETH KIRCHMEIR  |  NOEN
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EISENSTADT / In zwei Innenstadtlokalen und im Schlosspark trafen sich von 2007 bis 2009 junge Burschen mit rechtsradikalen Ansichten. Am Montag dieser Woche mussten sie sich wegen des Vorwurfs der Wiederbetätigung vor einem Geschworenengericht unter Vorsitz von Gerichtspräsident Dr. Karl Mitterhöfer verantworten.

Angeklagt wurden 14 Männer im Alter zwischen 18 und 38 Jahren. Ein Teil der Neonazis bereitete in Eisenstadt die Gründung einer rechtsradikalen Gruppe namens „Schlagringdivision“ vor, im Schlosspark und in der Fußgängerzone schockierten sie Passanten mit nationalsozialistischen Parolen.

Ein 20-jähriger Einzelhandelskaufmann beschmierte im Juni 2007 drei Eisenstädter Geschäftslokale mit Hakenkreuzen. „Damals war bei mir Ausländerfeindlichkeit vorhanden“, gab der Mann zu.

Sechs der Angeklagten sind auf einem Foto zu sehen, wie sie im Schlosspark die Hand zum Hitlergruß erheben. Für fünf Angeklagte endete der Prozess am Montag mit Diversionen. Sie müssen gemeinnützige Leistungen im Ausmaß zwischen 70 und 100 Stunden erbringen.

Einer der Angeklagten, ein 19-jähriger Lehrling aus Eisenstadt, war auch an einem weiteren Vorfall beteiligt: Bei einem Konzert der Band „Agnostic Front“ am 19. August 2009 in Nickelsdorf sollen sieben Männer die Arme zum Hitlergruß erhoben und „Sieg Heil“ gerufen haben. Drei Angeklagten wird vorgeworfen, Tätowierungen mit nationalsozialistischen Symbolen präsentiert zu haben.

Die Angeklagten bekannten sich nur teilweise schuldig. Die Urteile wurden nach Redaktionsschluss verkündet.