Erstellt am 31. Juli 2013, 00:00

Rekord: Juli zu trocken. Tropisch / Extremwerte im Juli erreicht: Mit 2,2 Grad über dem vieljährigen Mittel war es der zweitwärmste Juli und am regegnärmsten.

Erhebliche Schäden. Reinhard Jany fürchtet um die heurige Ernte.  |  NOEN

EISENSTADT / Der Hitzerekord von 40 Grad Celsius wurde in Eisenstadt nicht gebrochen. Hier kletterte das Thermometer am Sonntag lediglich auf 37 Grad – um 1,7 Grad weniger als am 20. Juli 2007. Und trotzdem stöhnte die Bevölkerung unter der Hitze. Wer konnte, suchte sich ein schattiges Plätzchen, ganz gleich, ob im Park oder in einem der unzähligen Schwimmbäder oder am Neusiedler und Neufelder See.

Schatten suchen und viel trinken 

„Schattenplätze waren am Sonntag Mangelware“, stellt Neufelder Seebetriebe GmbH-Geschäftsführer Rudolf Tschirk fest. Immerhin konnte man am bislang heißesten Tag 7.000 Eintritte verbuchen. Großer Andrang herrschte auch bei den Gastronomiebetrieben.

Vor allem älteren Menschen macht die große Hitze zu schaffen. Alleine im Bezirk Eisenstadt musste die Rettung zu neun Einsätzen ausfahren. Im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt mussten in der Nacht von Samstag auf Sonntag 20 Patienten aufgrund der Hitzebeschwerden behandelt werden. Das extreme Sommerwetter ist für Patienten und Krankenpflegepersonal belastend. Schließlich sind nur Operationssäle und die Intensivstation sowie das Medikamentendepot klimatisiert.

„Das Problem ist nicht nur, dass es tagsüber sehr heiß ist“, meint der Chefarzt des Roten Kreuzes Burgenland, Reinhold Renner, „sondern auch, dass es in der Nacht kaum abkühlt. Dadurch kann sich der Körper nicht erholen, wie er es gewöhnt ist. Renner nennt auch gleich das wichtigste Hilfsmittel: „Das Allerwichtigste ist, ausreichend Flüssigkeit zu trinken.

Neben Wasser sind auch Kräuter- und Früchtetees sowie verdünnte Fruchtsäfte gute Durstlöscher. Koffeinhaltige oder alkoholische Getränke sollte man nach Möglichkeit bei großer Hitze vermeiden“, erklärt Renner, und nennt auch gleich die typischen Beschwerden, wie Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen, Herzrasen und Austrocknung. Vermieden werden sollen längere Aufenthalte im Freien und anstrengende Arbeiten in der Sonne.

Andere, die Bauern nämlich, würden gerne auf ihren Feldern arbeiten. Im Moment haben sie aber andere Sorgen: die anhaltende Trockenheit. Massive Ausfälle bei Mais werden befürchtet. Aber nicht nur Menschen oder Pflanzen haben ein Problem mit der Hitze, sondern auch Autos. Von Freitag bis Sonntag verzeichnete der ÖAMTC burgenlandweit 350 Einsätze – doppelt so viele wie normal. „Die Leute werden im Straßenverkehr aggressiver“, bemerkt Günter Hauer vom Stadtpolizeikommando.