Erstellt am 21. April 2016, 12:08

von NÖN Redaktion

Restaurierte Bürgerwehrfahnen präsentiert. Am 19. April wurden im Rahmen eines Festaktes die beiden restaurierten Bürgerwehrfahnen aus den Jahren 1809 und 1846 präsentiert und durch Diözesanbischof Dr. Ägidius Zsifkovics geweiht.

Generaldirektor Dr. Stefan Ottrubay, Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics und Bürgermeister Mag. Thomas Steiner begutachten eine der beiden liebevoll restaurierten Fahnen.  |  NOEN, zVg

Rund 100 interessierte Gäste folgten der Einladung ins Rathaus, um die restaurierten Bürgerwehrfahnen zu betrachten. Teil der Präsentation war auch ein Vortrag der beiden Restauratorinnen Mag. Dr. Isabella Kaml und Ing. Gabriele Klein in dem sie interessante Einblicken in ihre Arbeit boten.

Anschließend nahm Diözesanbischof Dr. Ägidius Zsifkovics die Weihe beider Fahnen vor. 1809 erhielt die Bürgerwehr für die Tapferkeit in den Franzosenkriegen eine neue Fahne mit deutscher Aufschrift und Doppeladler. „In Anerkennung ihrer Tätigkeit für die Ordnung und Sicherheit in der Stadt…“

Die Vorderseite zeigt den Doppeladler mit der Kaiserkrone, in den Fängen trägt er Schwert und Reichszepter. Im Brustschild ist das ungarische Reichswappen dargestellt, das die Königskrone trägt. Umrahmt ist die Fahne in den kaiserlichen Farben gold/blau.

Fahne zeigt bekannte Szene

Die Rückseite ist ebenfalls in den Farben gold/blau umrahmt, sie zeigt das Wappen des Hauses Esterházy mit dem Fürstenhut und dem Wappen der Stadt mit der deutschen Umschrift. 1846 übergab Fürst Nikolaus Esterházy der Stadt eine neue Fahne, wobei die Fürstin Theresia Fahnenpatin stand.

Die Fahne ist in den ungarischen Nationalfarben rot-weiß-grün gerändert und zeigt das ungarische Staatswappen mit der Königskrone. Im Zentrum befindet sich das Wappen der Stadt. Die Rückseite zeigt den Hl. Martin, den Schutzpatron unserer Pfarrkirche, der Stadt und des Burgenlandes.

Das ovale Bild unterhalb der ungarischen Königskrone stellt die bekannte Szene der Mantelteilung dar. War hoher Besuch des Kaiserhauses angesagt, trugen die Städter die Fahne mit dem Doppeladler voraus. Beim Empfang ungarischer Gäste zeigte die Bürgerwehr die Fahne mit den ungarischen Nationalfarben.

Mühevolle Kleinarbeit

Beide Fahnen wurden aus dem Bestand der Stadtfeuerwehr übernommen und in den letzten Monaten in mühevoller Kleinstarbeit im Auftrag der Landeshauptstadt Freistadt Eisenstadt, mit Unterstützung der Esterházy Privatstiftung, des Diözesanmuseums und des Bundesdenkmalamtes restauriert.

Die jüngere der beiden Fahnen wird nach der Präsentation als Teil der Ausstellung „1.700 Jahre Heiliger Martin“ im Diözesanmuseum ausgestellt. Zum Ende des Jahres wird die Fahne mit der seltenen Martinsdarstellung (nur wenige Fahnen mit einer ähnlichen Abbildung sind bekannt) dauerhaft im Rathaus ausgestellt.
 

BVZ.at berichtete: