Erstellt am 16. November 2011, 00:00

„Risiko ist abschätzbar“. AUSLANDSEINSATZ / Martin Jaidl geht als Versorgungsoffizier in den Libanon. Der Einsatz dauert mindestens sechs Monate.

Familienabschied. Martin Jaidl wurde beim Festakt in Eisenstadt auch von seiner Nichte Mia verabschiedet.ZVG  |  NOEN
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Von BETTINA EDER

EISENSTADT / „Die Autoreifen hab‘ ich für meine Frau gewechselt, jetzt kann’s losgehen“, schmunzelt Major Martin Jaidl über die letzten Vorbereitungen vor seinem Abflug am 14. November in den Libanon.

Am 28. November übernimmt ein Kontingent – bestehend aus 155 Mann, davon knapp 30 aus dem burgenländischen Jägerbataillons 19 – dort für mindestens sechs Monate das Kommando über die Versorgung der 13.000 stationierten UNO-Soldaten. Ihre Mission: Die Versorgung, insbesondere der Transport von Mannschaft und Gerät in einem Gebiet halb so groß wie Niederösterreich sowie die Aufgaben der Feuerwehr auf dem Stützpunkt. „Vom Wurstbrot bis zur Munition, wir kümmern uns um alles“, vereinfacht Jaidl die Aufgabe. Er selbst wird als Versorgungsoffizier die Leitung übernehmen. Der Schützener Jaidl ist bereits auslandserfahren, insgesamt verbrachte er zweieinhalb Jahre in Bosnien, im Kosovo und auf dem Golan.

Die besondere Herausforderung liegt für Jaidl darin „alles von Grund auf aufzubauen“. Die Waren kommen aus der ganzen Welt und auch von der direkten Umgebung, wie Jaidl schildert: „Ich freu mich schon auf das Handeln mit lokalen Marktmitarbeitern.“ Generell sei das ein „ ganz anderes militärisches Arbeiten, deswegen zieht es mich immer wieder auf Auslandseinsätze.“ Der Weg ins Ausland führte über einen umfangreichen körperlichen und psychologischen Test, der die Reaktion unter ex tremen Belastungen wie etwa auch Schlafentzug testet, um die Soldaten auf potenzielle Extremsituationen vorzubereiten. Denn ganz ohne Risiko ist ein Einsatz nie. Ungefährlich ist auch der weltweit größte UNO-Einsatz in der politisch spannenden Region Libanon nicht – Stichwort „arabischer“ Frühling. „Gefahren bestehen nicht durch einen direkten Angriff, sondern durch Minen oder auch durch terroristische Bedrohungen“, erklärt Jaidl. Er stellt klar: „Ich habe Respekt, aber auch Vertrauen in die militärische Führung; bis jetzt sind immer rechtzeitig Warnungen und Verbote erteilt worden. Das Risiko ist abschätzbar.“