Erstellt am 22. Juni 2011, 00:00

Rotieren für die Ziesel. GESCHÜTZT / Damit St. Margarethens Ziesel ihre Ruhe haben, wird bei der Passion streng nach Beparkungsplan geparkt.

Gestört. Da in der Festspielzeit zahlreiche PKW im Revier der geschützten Ziesel parken und sie beim Fressen stören, werden die Parkplätze nur jeden vierten Tag benutzt.MONTAGE: ALEXANDER KÖNIG  |  NOEN
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VON NINA SORGER

SANKT MARGARETHEN / Ziesel: Sie sind klein, sie sind süß und sie sind geschützt – und genau diese Eigenschaften stellen die Veranstalter der Festspiele im St. Margarethener Römersteinbruch Jahr für Jahr vor Herausforderungen. Besonders heuer: im Jahr der Passionsspiele und im internationalen Jahr des Ziesels.

Denn die possierlichen Tierchen bewohnen ausgerechnet den Parkplatz des Festspielgeländes. Während der Opernfestspiele ist dies kein Problem, denn die Vorstellungen beginnen abends, wenn die Ziesel bereits schlafen. Die Passionsspiele beginnen allerdings im Juni und Juli um 17 Uhr und im August sogar schon um 16 Uhr, und da sind die Ziesel noch aktiv.

Daher wurde von der Naturschutzbehörde gemeinsam mit den Passionsspielen St. Margarethen ein eigener Parkplan entworfen, wie Umweltanwalt Hermann Frühstück erläutert: „Es gab umfangreiche Besprechungen und Gutachten von Zieselexperten. Nun werden die Parkflächen im Rotationsprinzip beparkt, sodass jede Fläche nur jeden vierten Tag zugeparkt ist.“ Diese Maßnahme solle den Zieseln, die im Juni ihre Jungen aufziehen und im August bereits wieder ihren Winterschlaf antreten, die Ruhe zur Nahrungsaufnahme geben, so Frühstück.

Feuerwehr weist Parkplatz  zu und klärt über Ziesel auf

Umgesetzt wird der Beparkungsplan von der Feuerwehr St. Margarethen, die während der Passionsspiele und später bei den Opernfestspielen als Platzanweiser fungiert. Michael Schalling, Feuerwehrmann und „Evangelist“ bei den Passionsspielen: „Wir weisen den Autos ihren Parkplatz zu und klären die Festspielgäste darüber auf, warum man sein Auto nicht abstellen kann, wo man will.“ Zu diesem Zweck verteilen die Florianis Informationsblätter der Biologischen Station an die Besucher, die sich laut Schalling verständnisvoll zeigen: „Die Leute nehmen das positiv auf und sind sehr diszipliniert.“

Auch beim Umweltanwalt gab es bis jetzt noch keine Beschwerden. Die erwartet er eher während der Opernzeit: „Da gab es schon immer Probleme, denn viele Wohnwagenurlauber nutzen den Parkplatz auch tagsüber.“ Da Campen im Freiland aber verboten ist, sind diese Störenfriede der Zieselruhe aber ein Fall für die Polizei, die regelmäßig kontrolliert.