Erstellt am 20. Mai 2015, 06:40

von NÖN Redaktion

Schlag auf's Auge. Zu einer Schlägerei kam es im Vorjahr vor der Diskothek James Dean in Eisenstadt. Jetzt stand einer der Beteiligten vor Gericht.

Rauferei. Vor der Disco James Dean kam es im vergangenen Mai zu einer Schlägerei, die jetzt vor dem Gericht mit einem Urteil endete. Das Opfer erhält 3.190 Euro Schmerzensgeld. Foto: Müllner  |  NOEN, Werner Müllner
Tragisch endete eine Auseinandersetzung, zu der es in der Nacht auf den 1. Mai 2014 vor der Eisenstädter Disco James Dean kam: Ein Mann verlor dabei an einem Auge 80 Prozent seiner Sehkraft.

Mann: Habe in Notwehr gehandelt

Verantwortlich dafür soll ein 25-jähriger Eisenstädter sein, der in dieser Nacht mit Freunden das Lokal besucht hatte. Vorige Woche musste er sich wegen des Vorwurfs der schweren Körperverletzung vor Richterin Birgit Falb verantworten.

Der 25-Jährige bekannte sich schuldig, er habe aber in Notwehr gehandelt. Ein Security-Mann berichtete, dass das spätere Opfer bereits in der Disco zu stänkern begonnen habe. Der Mann sei aggressiv und handgreiflich geworden, man habe ihn und andere Personen schließlich „hinausmanövriert“.

Dieselbe Gruppe habe beim Vordereingang weiter „Ärger gemacht“. Als der 25-Jährige mit seinen Freunden das Lokal verließ, seien diese Personen zum Ziel der Aggression geworden.

Verurteilung wegen Körperverletzung

Ein anderer Security-Mann hatte berichtet, er habe beobachtet, wie sich der Angeklagte seine metallene Armbanduhr absichtlich über die Finger geschoben habe.

Der 25-Jährige soll danach dem Opfer einen massiven Faustschlag ins Gesicht versetzt haben, sodass dieses eine Prellung des linken Auges mit Hornhautabriss sowie eine Rissquetschwunde erlitt. Am linken Auge verfügt das Opfer nun nur mehr über eine Sehkraft von 20 Prozent.

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„Es ging wild zu, seitens des Opfers und seiner Freunde wollte man Streit“, plädierte der Verteidiger auf Freispruch. Sein Mandant habe sich bedroht gefühlt und einen verhängnisvollen Schlag ausgeführt. „Ich sehe keine Notwehrsituation“, erklärte die Richterin.

Sie verurteilte den 25-Jährigen wegen schwerer Körperverletzung mit bleibenden Folgen zu einer Geldstrafe von 3.600 Euro sowie zu einer achtmonatigen bedingten Freiheitsstrafe. Das Opfer erhält 3.190 Euro Schmerzensgeld.