Erstellt am 04. November 2015, 13:37

von Elisabeth Kirchmeir

Schlepperei dominiert. Diese Woche nur Schlepperprozesse am Verhandlungsplan, weitere 50 bis 60 Verfahren sind in Vorbereitung.

Foto: Erwin Wodicka  |  NOEN, BilderBox - Erwin Wodicka / wodi

Seit Wochen dominiert ein Delikt den Strafprozess-Spiegel am Landesgericht Eisenstadt: Schlepperei. Dutzende Schlepperverfahren wurden heuer bereits durchgeführt, bis zum Jahresende werden viele weitere folgen.

Mischten sich in den vergangenen Wochen auch noch andere Tatbestände ins Verhandlungsprogramm, so befassen sich die Schöffensenate diese Woche ausschließlich mit Schlepperverfahren.

19 mutmaßliche Schlepper stehen diese Woche in 16 Strafverfahren vor Gericht. Sie sollen von Juni bis Anfang September Schlepperfahrten durchgeführt und dabei bis zu 38 Flüchtlinge pro Fahrzeug befördert haben.

100 Schlepper in zwei Monaten 

Die Serie der Schlepperverfahren reißt immer noch nicht ab: „50 bis 60 Verfahren sind bis Dezember noch offen“, berichtet der Mediensprecher des Landesgerichts, Richter Bernhard Kolonovits.

„Mehr als 100 Personen wurden von Ende August bis Ende Oktober wegen des Verdachts der Schlepperei in die Justizanstalt Eisenstadt eingeliefert“, sagt Staatsanwalt Roland Koch, Sprecher der Staatsanwaltschaft Eisenstadt. Zusätzlich wurden 40 weitere mutmaßliche Schlepper auf freiem Fuß angezeigt.

Alle Eisenstädter Staatsanwälte sind mit Schlepperverfahren befasst. „Aufgrund der Grenzlage des Burgenlandes sind wir hier alle Spezialisten für Schlepperei“, erklärt Roland Koch.

Das Team der Strafrichter wurde durch einen Sprengelrichter verstärkt, der bestellt wurde, um den Überhang an Schlepperverfahren zu bewältigen.