Erstellt am 20. Juli 2015, 09:32

von APA/Red

Schloss Esterhazy verzeichnete Besucherplus. Das Schloss Esterhazy in Eisenstadt hat im ersten Halbjahr im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres um ein Viertel mehr Gäste begrüßt.

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 Mehr als 75.000 Menschen besuchten laut Aussendung der Privatstiftung das Wahrzeichen, in dem u.a. Konzerte stattfinden und Ausstellungen zu sehen sind. Für das gesamte Jahr rechne man mit einer Verbesserung von sechs Prozent auf mehr als 190.000 Besucher.

Besonders gut angenommen wurde die Kinderoper "Die Schneekönigin" im Haydnsaal mit 17 ausverkauften Vorstellungen. Für den heurigen Spätherbst ist u.a. eine neue Ausstellung mit dem Titel "Melinda und Paul Esterhazy - Höhepunkte eines bedeutenden europäischen Fürstengeschlechtes im 20. Jahrhundert" geplant. Die Schau sei auf "vielfältigen Wunsch unserer Besucher und im Andenken an die letzte Fürstin, Melinda Esterhazy" bereits in Vorbereitung.

Schauplatz von Spannungen und Beeinflussungsversuchen

Neben Konzerten und Ausstellungen, ist das Schloss allerdings auch "leider Schauplatz von Spannungen und Beeinflussungsversuchen der burgenländischen Politik", hieß es in der Pressemitteilung. Bereits seit Jänner 2013 sei "eine Reihe von Absetzungsversuchen - versehen zum Teil mit Strafanträgen - beim Firmengericht gegen die einzelnen Stiftungsvorstände lanciert" worden.

"Sehr moderate, berechtige Fördergesuche wurden jahrelang von höchster Stelle des Landes zurückgehalten und lautstark über die Medien als 'ungerechtfertigt' gebrandmarkt, bevor sie dann gutgeheißen werden mussten. Bei der Rettung der Oper im Steinbruch (Opernfestspiele St. Margarethen, Anm.) im Sommer 2014, dem der Konkurs des Musik-Betreibers aus Wiener Neustadt vorausgegangen war, wird von einem der Rechtsanwälte des Landes Burgenland noch heute der absurde Vorwurf verbreitet, dass die Stiftung den Konkurs verursacht habe. Bekanntlich wurde über die Opernfestspiele Wiener Neustadt im Jänner 2015 formell der Konkurs mit einem Forderungs-Volumen von über 8,4 Millionen Euro eröffnet, dabei werden drei Millionen Euro in der Bilanz gesucht, die der Gesellschaft offenbar von den Eigentümern selbst entzogen wurden."

Verbesserungen und Entwicklungen

Außerdem beschäftigt die Haydnfestspiele, die jeden September erfolgreich die internationalen Haydntage (heuer die 27. Ausgabe, Anm.) veranstalten, die Privatstiftung. "Im Zusammenhang mit dem Auszug der Landesstellen aus dem Schloss Ende 2009 bot die Stiftung Esterhazy den Haydnfestspielen (sind mit ihrem Büro im Schloss eingemietet, Anm.) sogleich eine Verlängerung des 2014 auslaufenden Vertrages mit nur kleinen Änderungen an. Es wurden allerdings damals schon in verschiedenen Punkten Verbesserungen und Entwicklungen angeregt, damit das Festival auch in Zukunft quer durch die Generationen attraktiv bleiben kann.

Es wurden dabei die Wiedereinführung der Oper, die Vermittlung an Familien und Jugendliche, die stärkere Programmfokussierung und weitere Punkte besprochen. Auf diese laufende, große Gesprächsbereitschaft der Stiftung in den Jahren 2012 und 2013 reagierte die oberste Ebene der Politik mit der Intensivierung ihrer Angriffe auf die Stiftungsorgane. Dies führte natürlich zu Verzögerungen bei den Vertragsgesprächen mit den Haydnfestspielen. Um zu guten Ergebnisse zu gelangen, gewährte die Stiftung eine Verlängerung bis Ende 2016 und kürzlich noch einmal bis Ende 2017", so die Privatstiftung.

"Unschätzbare nationale und internationale Werte" 

Trotz der "ausgiebig gewährten Zeit" seien "leider vonseiten der Haydnfestspiele keine substanziellen Vorschläge für die Verbesserungspunkte eingelangt". Dies sei weniger der Geschäftsführung von Walter Reicher zuzuschreiben, "als vielmehr dem kontinuierlichen Agitieren der zuständigen Vertreter der Landesregierung gegen die Tätigkeit der Stiftungen im Burgenland". Man habe "gerade in den letzten zwei Jahren bewiesen, dass die Marken Esterhazy, Joseph Haydn und Eisenstadt unschätzbare nationale und internationale Werte darstellen. Ich hoffe, dass die hohe Landes-Politik dies bald auch erkennen wird," meinte Stefan Ottrubay, Generaldirektor der Esterhazy Stiftungen in Eisenstadt in der Aussendung.