Erstellt am 28. November 2012, 00:00

Schranken weiter offen. Eisensbahnkreuzung / Die Errichtung eines Bahnschrankens bei der Autobahnabfahrt am Stadtende Richtung Schützen ist um eine Facette reicher: Kreuzungsbereich soll erweitert werden.

Bereits im Jahr 1990 zeigte der Genehmigungsbescheid der Eisenbahnbehörde auf, dass die Kreuzung eigentlich durch eine Straßenunter- oder überführung zu ersetzen sei.Doris Fsicher  |  NOEN
Von Werner Müllner

EISENSTADT / Der Gemeinderat behandelte in seiner Sitzung auch die Auflassung des Eisenbahnübergangs von der B50 (Höhe Ortseinfahrt St. Georgen) zu einem Feldweg. Hintergrund dieses Beschlusses ist, dass die ÖBB in absehbarer Zeit für die Eisenbahnkreuzung beim Ende der S31 sowie für den parallel zur B50 verlaufenden Begleitweg (Zufahrt zum BKF/SchauTV) eine Schrankenanlage errichten wird.

Grundsätzlich sind die Kosten für eine Schrankenanlage – gemäß Eisenbahngesetz – zur Hälfte vom Eisenbahnunternehmen und dem Träger der Straßenbaulast zu tragen. Im Falle des Begleitwegs ist dies die Stadtgemeinde Eisenstadt. „Uns wurde seitens der ÖBB angeboten, dass man unseren Kostenanteil übernehmen würde, wenn wir die erwähnte Eisenbahnkreuzung auflassen“, erklärt Bürgermeister Thomas Steiner. Dieser Gemeinderatsbeschluss bietet nun für Land, ASFINAG und ÖBB die Grundlage, die Schrankenanlage am Ende der S31 zu errichten.

Gemeinderat diskutiert über die Auswirkungen 

Steiner gibt aber zu bedenken, dass eine Schrankenanlage ohne Begleitmaßnahmen im Bereich der Kreuzung an der B50 - laut Verkehrsplaner - zu großen Verkehrsproblemen führen wird: „Die Schließzeit einer Schrankenanlage ist mit 180 Sekunden sechsmal so lange wie die Rotphase der derzeit bestehenden Ampelanlage. Massive Staubildungen wären die Folge. Die Einbindung der Kasernenstraße in die Neusiedler Straße – als eine der wichtigsten Erschließungsstraßen – wäre in Spitzenzeiten nahezu unmöglich.“

Steiner weiter: „Hier braucht es neben der Schrankenanlage ein Verkehrskonzept, um diese negativen Auswirkungen in den Griff zu bekommen. Wir erwarten uns vom Land, als Straßenerhalter, für dieses Projekt konstruktive Vorschläge und Zusammenarbeit“, erklärt Steiner.

Landesrat Bieler dazu: „Zur Hebung der Verkehrssicherheit in diesem Bereich sprechen wir uns schon lange für die weitere Sicherung der Eisenbahnkreuzung am Ende der S31 aus. Aber das Land errichtet die Schrankenanlage nicht, sondern ASFINAG und ÖBB – dort liegt die Zuständigkeit, da es sich um eine Schnellstraße, also um keine Landesstraße handelt. Ebenso liegt die Errichtung der angesprochenen Unter- beziehungsweise Überführung (Kostenpunkt laut Schätzung drei bis vier Millionen Euro!) im Zuständigkeitsbereich der ASFINAG.“