Erstellt am 23. April 2014, 08:15

von Nina Sorger und Richard Vogler

Schüler entleerte Kübel über Lehrerin. Eisenstadt | Der entlassene HTL-Lehrer und FPÖ-Funktionär Herbert Schütz bringt den Skandal an der Schule an die Öffentlichkeit.

Heftig. Der Vorfall, als ein Schüler den Mistkübel über eine Lehrerin entleert (Handyfoto). Foto: Privat  |  NOEN, Privat
Bilder eines bösen Schülerstreichs an der HTL machen die Runde: Ein Schüler entleerte einen Mistkübel über eine Lehrerin. Der Vorfall ist bereits Thema in der Schule, an die Öffentlichkeit brachte es der Mattersburger FPÖ-Bezirksparteiobmann und EX-HTL-Lehrer Herbert Schütz, der eine Aufnahme vom Vorfall zugespielt bekam.

„Aktion von langer Hand geplant“

„Wie das Video zeigt, war die Aktion von langer Hand geplant gewesen. Alle Schüler der Klasse wussten davon. Ein Schüler hatte den mit Papierschnitzel gefüllten Mistkübel griffbereit unter der Bank versteckt. Ein Schüler lenkte die Lehrkraft auf die Tafel. ,Jetzt!‘ schrien einige Klassenkollegen, bevor der Schüler den Mistkübel über den Kopf der Lehrkraft, die sich dann zu ihm drehte, entleerte. Die Klassenkollegen lachten alle lauthals“, berichtet Schütz: „Anstatt sich zur Wehr zu setzen, ermahnte die Lehrkraft die Schüler – erfolglos! –, keine Fotos von diesem Vorfall zu verbreiten“.

Geht es nach Schütz, ist HTL-Direktor Stefan Wagner der Schuldige: „Obwohl sich das schon lange vorher angekündigt hat, blieb der Direktor völlig untätig. Kein Unterrichtsbesuch, keine Aufklärung der Schüler über Ihre Rechte und Pflichten im Unterricht.“

Laut Schütz werden zwei Schüler vier Wochen vom Unterricht suspendiert und ihnen mit Ausschluss gedroht. Schütz fordert nun „Konsequenzen für alle betroffenen Schüler mit Augenmaß, keinen Ausschluss aus der Schule. Das Problem soll an der Wurzel behoben werden – die Absetzung der Schulleitung.“ Zur Vorgeschichte: Schütz wurde als Lehrer der HTL Eisenstadt 2012 entlassen.

Landesschulratspräsident findet klare Worte

Ein entsprechendes Gerichtsverfahren ist noch im Laufen. HTL-Direktor Stefan Wagner hat unmittelbar nach dem Vorfall davon erfahren und „unverzüglich die entsprechenden Maßnahmen eingeleitet.“ Zu Schütz’ Vorwürfen meint er: „Die Lehrerin ist seit heuer an der Schule und wurde auch im Unterricht besucht. Beschwerden gab es von ihrer Seite nicht. Im Nachhinein kann man leicht reden. Ich kann weder in ein Kind noch in einen Lehrer hineinschauen und Schüler nicht im Vorhinein verurteilen. Wir können auf solche Situationen nur reagieren.“

Laut Landesschulratspräsident Gerhard Resch gebe es einen Schulausschlussantrag. Er findet klare Worte: „Vorhersehen kann man es nicht. Wenn so etwas ins Netz kommt und diese Schüler als Helden gefeiert werden, macht mir das Angst. Und Schüler, die einer Lehrerin so etwas antun, müssen mit einem Schulverweis rechnen.“ Weiters kritisiert aber Resch auch die Kritik von Schütz: „Ich halte es für gefährlich, wenn jemand wie Schütz seine politische Funktion ausnutzt, um ehemalige Vorgesetzte anzupatzen.“