Erstellt am 22. Juni 2011, 00:00

Schwindel im Postfach. SCHABERNACK / Namhafte Unternehmen und Gemeinden im Bezirk fielen auf einen falschen Kettenbrief herein.

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VON BETTINA EDER

EISENSTADT / Bürgermeister, Behörden, Schulen und namhafte Unternehmen aus dem Bezirk – von Steuerberatern über kulturelle Einrichtungen bis hin zu Banken – sind in den vergangenen Wochen auf einen Schwindel hereingefallen. In der Region kursiert ein Kettenbrief, in dem es um den Wunsch eines angeblich krebskranken Kindes geht, das im Landeskrankenhaus Tulln (Niederösterreich) liegen soll. Der Kettenbrief soll angeblich durch Weiterleiten in das „Guinness Buch der Rekorde“ aufgenommen werden. Viele sind auf diesen „Hoax“ (Falschmeldung, Schabernack) hereingefallen und haben den Brief ohne ihn zu hinterfragen, wie gebeten, an zehn neue Adressen weitergeleitet.

Landesklinik Tulln: „Das  Kind gibt es nicht“

„Das Kind war und ist nie in unserem Krankenhaus gewesen“, stellt Alexander Herz, stellvertretender Pressekoordinator des Landesklinikums fest. Das Krankenhaus beziehungsweise seine Angestellten werden seit Jahren mit den Briefen strapaziert, denn der Kettenbrief ist seit fast zehn Jahren nicht zu stoppen. Täglich langen laut Herz zwischen 20 und 50 Briefe in der Poststelle ein.

Alle Versuche, den Brief zu stoppen – von Internethinweisen bis zu polizeilichen Ermittlungen – verliefen erfolglos.

„Die Schreiben w

erden weggeworfen. Wenn aus dem Absender ersichtlich ist, dass wir keine Geschäftsbeziehung haben – zum Beispiel ein Autohändler in Deutschland –, dann werden sie nicht geöffnet“, so Herz.

So wie jenen für den angeblich krebskranken Jungen in Tulln, gibt es noch jede Menge ähnliche Kettenbriefe. Guter Wille und Hilfsbereitschaft in allen Ehren, aber in solchen Fällen geht jede Mühe ins Leere, denn selbst wenn es diese Kinder gäbe, wäre das Ziel unerreichbar.

Denn die Redaktion des „Guinness Book of World Records“ hat aufgrund eines ähnlichen Beispiels aus den USA schon vor einigen Jahren beschlossen, derartige Rekorde nicht mehr zu akzeptieren.

Achtung. Dieser Brief – mit der Bitte ihn an zehn Unternehmen weiterzuschicken – kursiert in der ganzen Region und blockiert damit nicht nur die Ressourcen des Landesklinikums, sondern auch der Firmen selbst.