Erstellt am 13. Juni 2012, 00:00

Schwindel mit Sex-Line. GETÄUSCHT /  149 Handybenutzer erhielten eine Rechnung, weil sie die Nummer einer Sex-Hotline gewählt hatten.

 |  NOEN
x  |  NOEN

EISENSTADT /  Hinter dem groß angelegten Schwindel steht ein 39-jähriger tschechischer Staatsbürger, der sich vorige Woche deswegen vor Gericht verantworten musste. Was war passiert?

Zumindest 149 Personen, möglicherweise aber wesentlich mehr, hatten im Zeitraum von Dezember 2010 bis Jänner 2011 einen „Anruf in Abwesenheit“ erhalten.

Eine Mobiltelefonnummer schien am Display auf, nichts ahnend riefen die Personen zurück und landeten zu ihrer Überraschung bei einer Sex-Hotline.

Rechnungen von „Tel 64“  über 79 Euro erhalten

Kurze Zeit später erhielten die Handybesitzer eine Rechnung von der Firma „Tel 64“ mit der Behauptung, sie hätten eine kostenpflichtige Dienstleistung in Anspruch genommen und müssten dafür einen Betrag von 79 Euro bezahlen. Zwei Personen bezahlten diese Summe, wohl um sich weiteren Ärger zu ersparen. Weitere 147 Betroffene zahlten nicht, sondern meldeten den Vorfall bei der Arbeiterkammer, die wiederum die Kriminalpolizei einschaltete.

Da auch einige Eisenstädter unter den Opfern waren, fand der Prozess schließlich in der burgenländischen Landeshauptstadt statt. „Ich finde, das ist eine Schweinerei!“, warf Richter Dr. Wolfgang Rauter dem Beschuldigten vor. Dieser behauptete zunächst, er habe ein Call Center beauftragt und dieses habe die Fehler begangen.

Schließlich übernahm der Tscheche jedoch die Verantwortung für die Taten. Wenn er eine Geldbuße in der Höhe von 4000 Euro bezahlt, wird das Verfahren im Zuge einer Diversion eingestellt.