Erstellt am 25. Juli 2012, 00:00

Sesselrücken im Saal. GEMEINDERATSWAHL / Vier Gemeinden müssen aufgrund der steigenden Wahlberechtigten die Gemeinderäte aufstocken.

VON BETTINA EDER

BEZIRK / Enger zusammenrücken heißt es in einigen Gemeinderatssälen nach dem 7. Oktober. Denn das Wählerverzeichnis bescherte fünf Gemeinden eine Überraschung. Leithaprodersdorf, Klingenbach und Wimpassing etwa „wachsen“ um vier Gemeinderäte auf 19 im Oktober. Eingeteilt in Intervalle bestimmt die Anzahl der Wahlberechtigten auch die Anzahl der Gemeinderäte. In Leithaprodersdorf war es selbst für die Gemeindeführung und Verwaltung eine große Überraschung. Vizebürgermeister Horst Blümel (ÖVP) schildert den Grund: „Der private Verkauf einiger Häuser und die damit verbundenen Hauptwohnsitzmeldungen sind kurzfristig schlagend geworden.“

Wolowiec: „15 waren und  sind absolut genug“

Absehbar war es zwar in der Nachbargemeinde Wimpassing, dennoch herrscht hier keine große Freude. Bürgermeister Josef Wolowiec (ÖVP) dazu: „15 waren wir bis jetzt und wir sind auch genug. Es ist jetzt schon schwierig, dass man alle zeitmäßig unter einen Hut bekommt.“

Dazu kommt, dass die Fläche im Sitzungssaal im Gemeindeamt ausgeschöpft ist. „Das war jetzt schon eng. Ich kann sie nur mehr aufs Fensterbankerl setzen oder noch einen kleinen Tisch dazustellen. Aber dann muss man aufpassen, dass man beim Aufzeigen die Hand des Nachbarn nicht gleich mitreißt“, umschreibt Wolowiec die räumlichen Verhältnisse mit einem Schmunzeln.

In Zillingtal wächst man nicht nur um zwei Gemeinderäte, sondern bekommt auch zwei Gemeindevorstände dazu. Im Unterschied zum Sitzungsgeld für Gemeinderäte (etwa 30 Euro pro Sitzung) erhalten diese einen monatlichen Fixbetrag. „Wir haben damit aufgrund der Bevölkerungszahl, die auf über 800 Wahlberechtigte angestiegen ist, gerechnet. Dies bedeutet natürlich eine Steigerung der Ausgaben. Ein Vorstandsmitglied verdient um die 300 Euro pro Monat“, erklärt Ortschef Johann Fellinger (SPÖ).

Mörbisch dagegen verliert zwei seiner 23 Gemeinderäte. Bürgermeister Jürgen Marx (SPÖ) nimmt es gelassen: „Ich bin sowieso der Meinung, dass man nicht einen so großen Apparat braucht. Ich würde mit 19 auch auskommen.