Erstellt am 10. September 2015, 14:49

von Werner Müllner

Shirzoi: „Allen eine Chance geben“. Momena Shirzoi musste mit ihren damals drei Kindern aus Afghanistan flüchten, heute will sie Flüchtlingen helfen.

Neu. Momena Shirzoi und Vize Günter Kovacs. Foto: Werner Müllner  |  NOEN, Werner Müllner
Momena Shirzoi ist Integrationsbeauftragte der SPÖ. Die vierfache Mutter arbeitet als Tagesheimbetreuerin in der Volksschule Eisenstadt. „Hauptaufgabe ist die Beratung und Vernetzung von Bürgern, Politik, Verwaltung und Vereinen“ betont Vizebürgermeister Günter Kovacs.



Shirzoi wurde in Kabul geboren, der Hauptstadt von Afghanistan, musste im Jahr 2000 mit ihren Kindern den Aufbruch ins Ungewisse wagen.

Ihr Leben und das ihrer drei Kinder wurde bedroht, weil sie als ausgebildete Hebamme (und Studium der inneren Medizin in Russland) gebildet war und anderen Frauen geholfen hatte. Shirzoi: „Ich hatte keinen Reisepass, wir mussten mit Gold die Reise organisieren.“

„Ich wurde so liebevoll aufgenommen“

Das Schlimmste auf der Reise waren die Schlepper, erzählt sie: „Die Schlepper, die oft direkt von den Behörden waren oder mit den Behörden kooperierten, bedrohten uns auch mit dem Tod. Vor Wölfen oder anderen Tieren hatte ich auf der Reise durch die Wälder nie Angst. Immer nur vor den Menschen…“.

Nach sieben Monaten kam sie nach Kittsee und landete schlussendlich in Trausdorf, in jenem Haus, in dem heute der Eisbulle ist. „Ich wurde so liebevoll mit den Kindern aufgenommen, ich fühlte mich wie im Urlaub“, schwärmt Shirzoi noch heute von der Gastfreundschaft.

Für die heutigen, tausenden Flüchtlinge hat Momena Shirzoi natürlich größtes Verständnis: „Niemand verlässt sein Haus ohne Grund. Und nicht alle werden es schaffen, aber wir müssen allen eine Chance geben.“