Erstellt am 29. Juni 2011, 00:00

Sonnwendfeuer: Bursch stürzt ins lodernde Feuer. FATAL / Auf der Intensivstation endete für einen 18-jährigen Großhöfleiner der Besuch der Sonnwendfeier in St. Georgen.

EISENSTADT /  Eine Tradition zur Sonnenwende – das Feuerspringen – wurde einem 18-jährigen Burschen aus Großhöflein zum Verhängnis. Er wollte zu fortgeschrittener Stunde am Hetscherlberg über das Feuer springen und stürzte. Das Feuer soll, nach Augenzeugenberichten, noch etwa eineinhalb Meter hoch gebrannt haben. „So schnell es eben ging zogen ihn die Leute, darunter auch Feuerwehrmänner, die die Brandwache hielten, aus dem Feuer“, berichtet St. Georgens Feuerwehrkommandant Manfred Wagner. „Er ist sogar noch herumgegangen, aber dann ging ihm schon die Haut an den Händen ab“, berichtet eine Augenzeugin.

Polizei versucht nun den  Vorfall zu rekonstruieren

Der junge Mann wird derzeit im Wiener AKH intensivmedizinisch behandelt. Die Ermittlungsarbeiten der Polizei, so Stadtpolizeikommandant Friedrich Tinhof, gestalten sich schwierig. „Die Polizei hat von dem Vorfall erst durch die Anzeige des Krankenhauses erfahren. Jetzt muss der ,Tathergang‘ rekonstruiert werden, um ein Fremdverschulden ausschließen zu können.“ Dem Veranstalter Sebastian Schnedl, Jugendführer der Katholischen Landjugend, geht es nach dem Vorfall „nicht gut“. Er selbst hat den Unfall nicht gesehen, sondern nur erzählt bekommen. Tatsächlich zum Hetscherlberg ausrücken musste die Polizei aus einem anderen Grund. „Es hat zwei bis drei Anzeigen wegen lauter Musik gegeben“, bestätigt Tinhof. Einer der Beschwerdeführer war FP-Stadtparteiobmann Géza Molnár: „Bei allem Verständnis, aber das ging eindeutig zu weit.“ Bis um vier Uhr früh sei dröhnende Musik gespielt worden.

Polizei kann nur auf  Lärmpegel hinweisen

„Bis dato hat es noch nie Probleme mit dieser Veranstaltung gegeben und auch heuer sind keine Beschwerden bezüglich eingelangt“, stellt Rathaussprecher Max Schulyok fest.

Anrufe gingen allerdings bei der Polizei ein, abgesehen von der Streife, die die Jugendlichen auf den Lärmpegel aufmerksam machte, könne man allerdings nichts tun, wie Tinhof erläutert: „Es war eine genehmigte Veranstaltung, die in der vorgeschriebenen Zeit stattgefunden hat.“

Schulyok: „Veranstaltungsort  nur für die Sonnwendfeier“

Genau in diese Kerbe schlägt Molnárs Kritik: Der Veranstaltungsort hätte nicht genehmigt werden sollen. Molnar: „Dieser hoch gelegene Veranstaltungsort bringt es mit sich, dass die Musik weithin zu hören ist.“

„Dieser Veranstaltungsort ist ja keine Partylocation sondern nur für die Sonnwendfeier genehmigt. Diese gehört zur Brauchtumspflege, ist schon seit ewigen Zeiten dort“, so Rathaussprecher Max Schulyok: „Sollte es gehäuft Schwierigkeiten geben, wie etwa bei der Orangerie, werden wir uns mit den Veranstaltern zusammensetzten.“