Erstellt am 22. Juni 2011, 00:00

Sportfunktionär hatte Kinderpornos am PC. KRIMINELL /  170 pornografische Darstellungen von Kindern wurden bei einem 43-Jährigen gefunden – auch in Eisenstadt.

EISENSTADT / Von 2008 bis 2009 soll der 43-jährige, im Waldviertel lebende Mann, pornografische Darstellungen von Kindern auf den Festplatten seiner PCs gespeichert haben. Im Zuge seiner Tätigkeit für einen österreichischen Sportverband hatte er sich auch in Eisenstadt aufgehalten – im Büro des Sportverbandes sind ebenfalls Festplatten beschlagnahmt worden.

Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt warf dem Mann vor, den Download von Dateien sowohl im Waldviertel als auch in Eisenstadt vorgenommen zu haben. Insgesamt wurden auf den Festplatten des Angeklagten 170 Bilddateien mit illegalen Darstellungen gefunden.

Der Mann, Vater von zwei Kindern im Alter von 13 und 15 Jahren, bestritt, die Kinderpornos selbst abgespeichert zu haben. Daher wurden in der Vorwoche per Videokonferenz mit dem Bezirksgericht Gmünd verschiedene im Waldviertel lebende Zeugen einvernommen, die im Büro des Angeklagten gearbeitet hatten bzw. ihn bei Sportturnieren unterstützt hatten.

Angeklagter warnte: „Finger  weg! Das ist mein PC!“

„Zum alten PC hatten wir kaum Zugriff. Da sagte er immer: Finger weg! Das ist meiner!“, berichtete die Schwester des Angeklagten, die dem Sportfunktionär bei Büroarbeiten geholfen hatte. Von der Ex-Frau ihres Bruders wisse sie, dass sich dieser nachts vor dem Computer oder vor dem Fernseher selbst befriedigt habe. Keiner der Zeugen hatte jedoch jemals kinderpornografische Darstellungen am PC des Angeklagten gesehen. „Tatsache ist, dass Kinderpornos auf der Festplatte des Angeklagten abgespeichert waren“, erklärte Staatsanwalt Roland Koch. „Wer soll das sonst getan haben?“ Der Anwalt des Angeklagten ersuchte um einen Freispruch: „Sonst kann es sein, dass ihm die Obsorge für seine Kinder entzogen wird.“

Sieben Monate bedingt,  1440 Euro Geldstrafe

„Das Gericht hat nicht den Funken eines Zweifels, dass der Angeklagte die Tathandlungen gesetzt hat“, erklärte Richter Wolfgang Rauter und verkündete das Urteil: sieben Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung und 1440 Euro Geldstrafe. Der Angeklagte bat um Bedenkzeit, der Staatsanwalt verzichtete auf Rechtsmittel. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Gegen den Mann wurde auch wegen Betrugs ermittelt. Er soll Gelder veruntreut und Bürogeräte des Clubs nicht zurückgegeben haben.