St. Margarethen im Burgenland

Erstellt am 11. August 2016, 04:40

Häkeln als Passion: Ein Mann mit Masche. Johannes Gabriel aus St. Margarethen hat bereits als junger Mann seine Passion für das Häkeln entdeckt.

Entspannend. Johannes Gabriel verbringt die Pausen bei den Passionsspielen oft häkelnd. Foto: Sorger  |  Nina Sorger

Kaum ein Mitspieler der Passionsspiele St. Margarethen verbringt seine Pausen so konzentriert wie Johannes Gabriel. Er beschäftigt sich dann mit der hohen Kunst des Häkelns.

Das Handarbeiten, das im Allgemeinen als strikte Frauendomäne gilt, hat Gabriel schon als Jugendlichen fasziniert: „Angefangen hat alles vor gut 15 Jahren, als meine Mutter Styroporeier in Artischockentechnik (Anm.: Verzieren mittels mehrerer schuppenförmig angeordneter gehäkelter Lagen) verzieren wollte. Da dachte ich mir, das kann ich auch – das müsste doch auch exakter gehen.“

„Habe schon viele Handarbeitshefte mit Vorlagen“

Von da an war fast keine Handarbeit vor ihm sicher. Ob Kreuzstich, Fingerstricken oder eben Häkelarbeiten – Johannes Gabriel eignete sich die entsprechende Technik an und entwickelte sie für sich weiter: „Ich habe schon viele Handarbeitshefte mit Vorlagen. Die verändere ich dann aber für mich, je nachdem, was ich gerade machen will.“

Der gelernte Koch hat bereits ganze Christbäume mit seinen Häkelarbeiten verziert und vor Kurzem ein eigenes Passionsspielfenster gestaltet. Derzeit haben es ihm kleine Häkelfrösche angetan: „Für einen Frosch brauche ich etwa eine Dreiviertelstunde – manchmal gehen sich an einem Passionswochenende mehrere aus“, erzählt er stolz.

Dass er als Mann in der Welt der Handarbeiter eine Einzelerscheinung bildet, macht ihm nichts: „Natürlich schauen manche Leute schief, aber ich mag mein Hobby, weil es sehr entspannend ist.“