Erstellt am 13. Mai 2015, 05:25

von Nina Sorger und Bettina Eder

Keine Party im Sand. „Summer Take Off“ in St. Margarethen und Weinkost in Wulkaprodersdorf wurden bei BH angezeigt. Take off wird abgesagt.

Stein des Anstoßes. Die St. Margarethener Musikhalle hat keine betriebsanlagenrechtliche Genehmigung für solche Feste.  |  NOEN, NÖN
Am kommenden Samstag sollte das „Summer Take Off“ der Jungen ÖVP St. Margarethen, wo auf Sand bzw. Rollrasen gefeiert wird, die Festl saison im Bezirk einläuten. Doch wenige Tage vor dem Event muss dieses abgesagt werden.

Der Grund ist eine Anzeige des „Bündnisses Der Gastronomie Österreichs (Austria)“ – kurz BDGA –, die an Stellen wie die Bezirkshauptmannschaft, das Arbeitsinspektorat, die Wirtschaftskammer und die Finanzaufsicht erging.

Blitzschutz und Notausgänge fehlen

„Die Anzeige erfolgte wegen unbefugter gastgewerblicher Tätigkeit, weil die JVP kein gemeinnütziger Verein ist, und wegen fehlender Veranstaltungsgenehmigung der Musikhalle – außerdem werden fehlender Blitzschutz, Notausgänge und WC-Anlagen bemängelt“, so Bürgermeister Eduard Scheuhammer (ÖVP).

Der Ortschef weiter: „Die JVP müsste sich nun einen Wirt suchen, der Verpflegung und Ausschank übernimmt. Da die Anzeige aber so knapp gekommen ist, war nichts mehr zu machen – unsere Wirte haben sich so kurzfristig nicht drübergetraut.“

Die neue JVP-Obfrau Barbara Schneider ist „enttäuscht“ von der Absage: „Wir haben bereits alles bestellt und organisiert. Ich kann nicht verstehen, was das BDGA gegen uns hat.“

Dies erläutert BDGA-Obmann Manfred Mader: „Laut der Rechtsprechung dürfen politische Organisationen keine Feste veranstalten, zudem hat die Musikhalle keine Veranstaltungsgenehmigung.“

Wulkaweinkost findet wie gehabt statt

Dem Bündnis geht es dabei aber nicht nur darum, „Vereinen, die nur gegründet wurden, um zweimal im Jahr ein Festl zu veranstalten“, einen Riegel vorzuschieben: „Viele Veranstaltungsstätten haben keine behördlichen Genehmigungen für solche Feste. Wenn da etwas passiert, wird der Veranstalter zur Verantwortung gezogen. Das gehört schon im Vorfeld viel mehr kontrolliert.“

Das BDGA pickt sich dezidiert Veranstaltungen heraus, die bei den Behörden angezeigt werden. Auch die Weinkost des SV Wulkaprodersdorf wurde gemeldet. Zwar hat dieser eine Gastrokonzession, jedoch: „Der Verein hat die Drei-Tages-Regel überschritten, nach der ein Verein gesetzlich nur drei Tage im Jahr für Feste zur Verfügung hat“, so Mader.

Stimmt nicht, sagt SV-Obmann Stefan Mariel: „Es sind zwei Vereine in das Fest involviert.“ Das Fest findet aber ohne Probleme statt. Mariel dazu: „Wir haben mit der BH alles geklärt. Wir werden allerdings noch schärfer kontrolliert werden. “