Erstellt am 08. April 2016, 11:46

von NÖN Redaktion

Steiner: Eisenstadt hat Soll er. Heute präsentiere Integrationsminister Sebastian Kurz und Eisenstadts Bürgermeister Thomas Steiner den Ausbau der Integrationsangebote für Flüchtlinge in Eisenstadt.

Bürgermeister Thomas Steiner, Minister Sebastian Kurz, Istvan Deli.  |  NOEN, Werner Müllner
Der Österreichische  Integrationsfonds (ÖIF) wird in Kooperation mit der Stadtgemeinde Eisenstadt ab sofort mobile Beratungsstunden mit dem Schwerpunkt auf der Beratung zur Sprachförderung sowie Werte- und Orientierungskurse für Flüchtlinge vor Ort anbieten. Derzeit werden in der burgenländischen Landeshauptstadt rund 300 Flüchtlinge untergebracht und betreut, rund die Hälfte davon in kleineren privaten Quartieren.

Professionelle Deutschkurse werden organisiert

Integrationsminister Sebastian Kurz: „Wir stehen vor großen Herausforderungen, was die langfristig erfolgreiche Integration von Flüchtlingen in unsere Gesellschaft betrifft. Beim Asylgipfel der Bundesregierung haben wir gemeinsam den Fahrplan für ihren Integrationsweg definiert, der den Besuch in einem Deutsch- sowie einem Wertekurs und den Einstieg in den Arbeitsmarkt vorsieht. Ich freue mich, dass wir in Kooperation mit dem Österreichischen Integrationsfonds und der Stadtgemeinde Eisenstadt auch in Eisenstadt wichtige regionale Angebote stellen können, um die Integration von Flüchtlingen in Sprache, Beruf und Gesellschaft zu fördern.“

„Deutsch zu können ist die erste und wichtigste Integrationsmaßnahme überhaupt“, ist Bürgermeister Thomas Steiner überzeugt. Daher organisiert die Stadt für alle in Eisenstadt lebenden Flüchtlinge professionelle Deutschkurse, und zwar auch für jene, die noch keinen Asylstatus haben.

„Hier fordern wir auch finanzielle Unterstützung durch das Land: jenen Gemeinden, die Flüchtlinge aufnehmen und betreuen, müssen entsprechende Abgeltungen durch das Land zufließen“, erklärt Bürgermeister Steiner und präzisiert: „Immerhin ist es vertragliche Zuständigkeit und Verantwortung des Landes, die Unterkünfte beizustellen.“

Neben dem Beratungs- und Förderangebot bietet der ÖIF seit Jänner 2016 auch Werte- und Orientierungskurse im Burgenland an, die künftig auch verstärkt in Eisenstadt abgehalten werden. Die Kurse vermitteln Flüchtlingen die Grundwerte des Zusammenlebens sowie Verhaltensregeln und gesellschaftliche Normen in unserem Land. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Land Burgenland, der Stadt Eisenstadt sowie wichtigen Kooperationspartnern wie dem AMS Burgenland können alle betroffenen Personen über das Angebot informiert und direkt zu den Wertekursen angemeldet werden.

Deutschkurse in Eisenstadt starten im April

Mitte März wurden sogenannte Sprachstanderhebungen durchgeführt, um die Asylwerber in verschiedene Leistungsgruppen einteilen zu können. Somit ist garantiert, dass die Flüchtlinge in der Sprachförderung dort abgeholt werden, wo sie stehen. 192 Asylwerber konnten so auf über 20 Deutschkurse aufgeteilt werden. Die Kurse werden von Anfang April bis Ende August laufen, die Stadtgemeinde konnte hier das Burgenländische Volksbildungswerk als Partner gewinnen.

„Ergänzend zu den Deutschkursen sollen künftig auch Werte- und Orientierungskurse angeboten werden. Vorrangig richten sich diese an Asylberechtigte und Subsidiär Schutzberechtigte, die vorhaben, Österreich zu ihrer neuen Heimat zu machen. Durch diese Kurse soll auch die Qualität in der Integrationsarbeit gesteigert werden“, ist der Integrationsbeauftragte Istvan Deli überzeugt.