Erstellt am 15. Mai 2013, 00:00

Streit im Wohnblock. KLAGSFLUT / Genossenschaft klagte acht Mieter aus der Nachbarschaft: Sie würden auf fremden Grund ihre Autos parken.

Schilderlos. Einige Mieter beschwerten sich bei ihrer Genossenschaft über die angespannte Parkplatzsituation. Foto: Holler  |  NOEN, Nina Holler
Von Bettina Eder und Nina Holler

,EISENSTADT / Die Parksituation in der Wohnhausanlage der Ignaz-Till-Straße erhitzt die Gemüter. Dort gibt es mehrere gleich aussehende Wohnblöcke mit jedoch unterschiedlichen Genossenschaften, die Neunkirchner Siedlungsgesossenschaft (SGN) sowie die EBG. Nun wurden insgesamt acht Bewohner der EBG von der SGN wegen Besitzstörung geklagt. Der Vorwurf: Sie hätten ihre Autos auf ihrem Grund abgestellt.

Ein Bewohner: „Es ist nicht beschildert!“ 

„Es gibt keinerlei Kennzeichnung, keine Schilder, die zu erkennen geben, dass man nicht parken darf, und auch keinerlei Verständigung durch die EBG, unsere eigene Siedlungsgenossenschaft“, so Elfriede Klepeis. Zwei der Betroffenen hätten die Strafe von 640 Euro bereits bezahlt, weil sie bei der Verhandlung unter Druck gesetzt worden seien, schildert Klepeis: „Damals hieß es, es wäre besser, sie zahlen gleich. Wenn der Richter kommen muss, um die Situation zu begutachten, könne es noch teurer werden.“ Von der eigenen Genossenschaft fühlen sich Klepeis und die anderen Betroffenen im Stich gelassen: „Die EBG hat sich jedenfalls nicht wirklich für unsere Probleme interessiert.“

Ihr eigener Widerstand dürfte sich allerdings nun schon gelohnt haben. Nachdem der Fall Aufsehen erregt hat, hat die SGN hat die Klagen nun zurückgenommen. SGN-Vorstand Wolfgang Peterl erklärt: „Wir wollen keinen Streit. Wir haben nun die Klagen zurückgezogen und einen Planer beauftragt, die Parkplatzsituation dort neu auszurichten.“

Geklagt worden sei laut Peterl übrigens, weil die SGN-Mieter „sich bei uns beschwert haben, dass da immer Fremde auf unserem Grundstück parken und sie damit selbst keinen Platz haben. Das kann nicht sein.“ Deswegen habe man im Vorjahr eigene Parkscheine an die eigenen Mieter verteilt, um zuerst aufmerksam zu machen, und dann, als keine Wirkung eintrat, die Besitzer der Fahrzeuge ohne Parkschein geklagt.