Erstellt am 22. Oktober 2013, 13:04

Streit um Futterhalle. Gemeinderat / Werner Eder will Futterhalle in künftiges Wohngebiet bauen. Ortschef will nicht umwidmen. Begehung soll entscheiden.

Von Nina Sorger

LEITHAPRODERSDORF / Der geplante Bau einer Futterhalle auf dem Hof von Landwirt Werner Eder erhitzte vergangenen Donnerstag die Gemüter im Leithaprodersdorfer Gemeinderat.

Eder suchte bei der Gemeinde um eine Umwidmung seines Grundes an, um 15 Meter hinter seinem Schweinestall eine Futterhalle zu errichten. Das Problem: Der Platz, wo die Halle stehen soll, befindet sich in der vom Gemeinderat festgelegten „Eignungszone Wohnen“ und ist als „Bauland-Wohnen“ gewidmet. Auch der von der Gemeinde mit der Prüfung der Widmungsansuchen beauftragte Raumplaner Josef Schmidtbauer riet von einer Umwidmung ab, befürwortete aber einen Bau der Halle auf Höhe des bestehenden Schweinestalls.

Bürgermeister: Keine Zusage

Werner Eder zeigte sich darob entrüstet: „Ich muss mehrere Straßen weit fahren, um das Futter für meine Schweine zu holen. Auf Höhe des Schweinestalles kann ich keine Halle bauen, weil ich dann mit dem Traktor nicht wenden kann – dabei hat mir der Bürgermeister 2011 eine Halle genehmigt.“ Dies bestritt Bürgermeister Martin Radatz (ÖVP): „Ich habe nie gesagt, dass du dort einfach eine Halle bauen kannst – schon gar nicht in ein Wohngebiet.“

Bereits 2008 hatte Eder Probleme mit Gemeinde und Bezirkshauptmannschaft gehabt, als ihm die Genehmigung für einen Quarantänestall versagt wurde, da der Schweinestall selbst „so, wie er dasteht, nicht genehmigt ist“, hieß es damals von Bürgermeister Radatz (die BVZ berichtete). Damals wie heute rechtfertigt sich Werner Eder: „Der Stall ist so genehmigt, wie er dasteht, nur wurde er fünf Meter versetzt gebaut.“

"Muss Ferkelzucht aufgeben"

Eder verzweifelt: „Wenn ich keine Futterhalle bauen kann, muss ich die Ferkelzucht aufgeben – dann habt ihr mich soweit.“

Auf Anregung einiger Gemeinderäte, darunter Josef Trapichler (Liste PAUL) und Vize Horst Blümel (ÖVP), sollen in den kommenden zwei Wochen gemeinsam mit Raumplaner Schmidtbauer eine Begehung des Areals stattfinden und ein Geruchsgutachten beim Land beantragt werden. Erst dann wird der Gemeinderat über die Widmung entscheiden.