Erstellt am 18. Juni 2014, 10:00

von Elisabeth Kirchmeir

Streit um SC-Sessel. SC Ritzing-Obmann Harald Reiszner steht wegen Vorwürfen aus dem Jahr 2007 vor Gericht. Er fühlt sich zu Unrecht beschuldigt.

Anstatt der blauen Ritzinger Sitze bekam Ausstattungsfirma rote Eisenstädter Sitze (Bild) ausgefolgt. Harald Reizner bekannte sich nicht schuldig.  |  NOEN, zVg
Wegen des Vorwurfs des Betruges und der Veruntreuung muss sich der 51-jährige Manager und SC Ritzing Obmann Harald Reiszner nun vor Gericht verantworten. So soll Reiszner im Juni 2007 536 Stadionschalensitze aus dem Eisenstädter Lindenstadion verkauft und den Erlös mit eigenen Schulden gegenverrechnet haben. Harald Reiszner bekannte sich nicht schuldig.

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„Ich finde die Anklagepunkte an den Haaren herbeigezogen“, wunderte er sich gegenüber der BVZ. „Ich verstehe es nicht. Wenn wenigstens etwas mit Substanz dabei wäre!“

2007 ging Reiszners Firma Vinea in Konkurs. Sie konnte unter anderem eine Rechnung an eine Firma, die das Ritzinger Sportzentrum im Auftrag der Vinea mit blauen Sitzen ausgestattet hatte, nicht bezahlen. Das betreffende Unternehmen forderte daraufhin ihre Waren wieder zurück.

Sitze vom ehemaligen Stadion mitgenommen

„Herr Reiszner hat mich gebeten, wir mögen die Sitze belassen, wo sie sind. Es seien rote Sitze lagernd und wir sollen diese Sitze nehmen“, berichtete ein Prokurist der betroffenen Firma, als er die 536 blauen Schalensitze abholen wollte. Bei den Roten handelte es sich dabei um Sitze aus dem ehemaligen Eisenstädter Lindenstadion.

Reiszner hätte diese – so die Staatsanwaltschaft – verwerten, und den Erlös dem SC Eisenstadt zukommen lassen sollen. Der SC Eisenstadt habe die Sitze als Sacheinlage in die Kooperation mit dem SC Ritzing eingebracht, so Reiszner. Der frühere SCE-Obmann Georg Blasnig wurde als Zeuge geladen; seine Aussage wurde ver schoben.

Weiters wirft die Staatsanwaltschaft Reiszner vor, als Geschäftsführer der Vinea drei Mercedes wenige Wochen vor dem Konkurs aus dem Firmenbesitz unter dem Wert an seinen Vater, seinen Bruder und seinen Onkel verkauft zu haben. Durch den Autoverkauf sei das Vermögen der Vinea nicht verringert worden, führte Verteidiger Nikolaus Mitrovits aus. Es seien 30 Monate lang Leasingraten bezahlt worden, danach sei ein Restbetrag von 28.500 Euro an die Vinea übermittelt worden.

Daten & Fakten:

Im März 2007 meldete die Vinea Beteiligungs GesmbH, die das Sportzentrum Ritzing gebaut hat und noch einen Golfplatz, weitere Sportanlagen und ein Hotel plante, Konkurs an. Im Juni 2008 hat dann die irische Harte Holding die Liegenschaftsverträge für das Sportzentrum unterschrieben. 2012 übernahm die GBA Slovakia mit Sitz in Bratislava die Harte-Gruppe und damit auch das Sportzentrum Ritzing.