Erstellt am 30. Dezember 2015, 04:13

von Elisabeth Kirchmeir

Süchtige brachen ein: Prozess. Auf Einbruchsdiebstähle bei Sportvereinen hatte sich zwei Drogenkonsumenten spezialisiert. Zweimal war ein 13-Jähriger dabei.

Klares Beuteschema. Die Täter brachen nur in Sportplatzkantinen ein. Foto: Shutterstock/LeventeGyori  |  NOEN, Shutterstock/LeventeGyori
Um sich ihren Drogenkonsum zu finanzieren, brachen von April bis Juni 2015 zwei junge Menschen aus dem Bezirk Eisenstadt in Sportplatzkantinen ein, wo sie Bargeld, Zigaretten und Alkohol stahlen. Der Gesamtwert der Beute beträgt knapp 3.300 Euro.

Komplize war noch nicht volljährig

Vor Kurzem mussten sich die beiden Täter – ein 22-jähriger ehemaliger Zivildiener und eine 18-jährige arbeitssuchende Frau – und ein dritter Beteiligter, der einmal bei einem Einbruchsversuch dabei war, vor Gericht verantworten. Ein 13-Jähriger, der zweimal mit dem Zivildiener auf Einbruchstour war, bleibt wegen seines jugendlichen Alters straffrei.

Zum Tatzeitpunkt war der Zivildiener 21 Jahre alt und seine Komplizin noch nicht einmal volljährig gewesen. Beide konsumierten seit Oktober 2014 Suchtmittel.

Weil sie sich den Kauf von Cannabiskraut nicht leisten konnten, entschlossen sie sich, Einbruchsdiebstähle in Kantinen von Fußballvereinen und anderen Sportclubs zu begehen.

Taschengeld reichte nicht für Drogen

„Ich bekam 200 Euro Taschengeld, das reichte aber nicht für das Cannabis“, erklärte die junge Angeklagte. Nach den Taten habe sie das schlechte Gewissen geplagt und sie habe nicht schlafen können.

Allein am 11. April 2015 wurde beim SV St. Margarethen, beim Reitverein St. Margarethen und beim SV Trausdorf eingebrochen, zwei Tage später meldeten der Sportfischereiverein Siegendorf und der Tennisclub Oggau Einbruchsdiebstähle. Auch weitere Taten in Hornstein, Donnerskirchen, Mörbisch, Jois, Zagersdorf und St. Andrä am Zicksee gingen auf das Konto der jungen Einbrecherbande.

Alle drei Angeklagten bekannten sich schuldig. Der dritte Beteiligte, ein 21-jähriger Schulabbrecher, gab an, beim Einbruchsversuch unter Drogeneinfluss gestanden zu sein.

Der Ex-Zivildiener, der im Juli in Untersuchungshaft genommen worden war, erhielt eine teilbedingte Haftstrafe, aus der er am 24. Dezember entlassen wurde.

Die 18-jährige Angeklagte wurde zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Der dritte Angeklagte erhielt eine Diversion: Sobald er 120 Stunden gemeinnützige Leistungen erbracht hat, wird das Verfahren gegen ihn eingestellt.