Erstellt am 24. Oktober 2014, 09:22

von APA Red

Suspendierter NÖ Ermittler vor Gericht. Ein suspendierter niederösterreichischer Ermittler steht ab Montag in Eisenstadt vor Gericht. Dem Angeklagten wird unter anderem wegen Missbrauchs der Amtsgewalt und gewerbsmäßigem Betrug der Prozess gemacht.

 |  NOEN, www.BilderBox.com
Der 64-Jährige soll mit seiner ebenfalls angeklagten Ehefrau einen Überfall vorgetäuscht haben, bei dem 97.800 Euro verschwanden. Der Prozess ist für vier Tage angesetzt.

Schweren Raub vorgetäuscht und falsch ausgesagt

Im Februar 2011 gab die damalige Lebensgefährtin (mittlerweile hat das Paar geheiratet, Anm.) an, beim Aufsperren der Haustüre überfallen worden zu sein. Man habe der Frau die Handtasche gestohlen - und zwar mit einem Bargeldbetrag von 97.800 Euro.

Das jetzige Ehepaar steht nun ab Montag vor Gericht. Die 51-Jährige ist angeklagt, weil sie den schweren Raub vorgetäuscht und falsch ausgesagt haben soll. Außerdem wirft ihr die Staatsanwaltschaft versuchten schweren Betrug vor.

"Werden das Who-ist-who der NÖ Polizei hören"

Der 64-jährige einstige Chef der Raubgruppe eines Landeskriminalamtes wird als Beitragstäter gehandelt: Er soll mit seiner Ehefrau den Tatplan entwickelt haben. Laut seinem Verteidiger Nikolaus Rast wird sich der suspendierte Ermittler nicht schuldig verantworten. Die Anschuldigungen seien vollkommen haltlos, erklärte er.

Der Prozess findet aus Befangenheitsgründen in Eisenstadt und nicht in einem niederösterreichischen Gericht statt. Die vier angesetzten Verhandlungstage am 27. und 28. Oktober sowie eine Woche später seien aufgrund der zahlreichen geladenen Zeugen notwendig.

"Wir werden das Who-ist-who der niederösterreichischen Polizei hören", sagte Rast. Im Falle einer Verurteilung drohen dem suspendierten Ermittler bis zu zehn Jahre Haft.