Erstellt am 27. Juni 2012, 00:00

Tacho manipuliert?. SCHWERER BETRUG / Statt 132.000 soll ein BMW 530d bereits 300.000 Kilometer am Tacho gehabt haben - Prozess!

Prozess. Richter Alfred Ellinger vertagte die Verhandlung.  |  NOEN
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BEZIRK EISENSTADT /  Um 12.000 Euro kaufte sich ein 24-jähriger serbischer Staatsbürger 2010 einen BMW 530d als „Bastlerfahrzeug“. Zunächst hatte der Unternehmer den BMW auf seine Firma angemeldet, später auf seine Lebensgefährtin. Damit habe er das Fahrzeug dem Zugriff der Gläubiger entzogen, die im Zuge des Konkurses der Firma Geld forderten – so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.

Später inserierte der Serbe den BMW. Ein heute 19-jähriger Käufer aus dem Bezirk Eisenstadt meldete sich. Die beiden wurden im Mai 2011 handelseins: Der Serbe sollte den BMW 318 im Wert von 15.000 Euro plus 4000 Euro in bar bekommen, der 19-Jährige den BMW 530d. „Er sagte, der 318er ist ihm zu schwach. Er braucht mehr Power unter dem A…“, behauptete der Serbe, der sich vorige Woche unter anderem wegen des Vorwurfs des schweren Betruges vor Gericht verantworten musste.

„Mit einem Auto, das 300.000 Kilometer drauf hat, wird er das schwer bekommen“, konterte Richter Alfred Ellinger. Der Tachostand soll beim Verkauf 132.000 Kilometer gezeigt haben, obwohl bereits rund 300.000 Kilometer abgespult worden waren.

Der Serbe behauptet, der Tachostand sei bereits manipuliert gewesen, als er selbst das Auto gekauft hatte. Er habe das dem Besitzer des BMW 318 mitgeteilt. „Das stimmt nicht!“, widersprach der 19-Jährige. Kurz nach dem Kauf des Autos kam das traurige Erwachen. „Wir wollten den Kauf rückabwickeln“, berichtete der Vater des 19-Jährigen. Angeklagt wurden auch die Lebensgefährtin und zwei weitere serbische Staatsbürger, die vor der Polizei fälschlich behauptet hatten, sie wären bei einer Fahrzeugbesichtigung dabei gewesen. Der Prozess wurde vertagt.