Erstellt am 27. August 2015, 11:34

von APA Red

Tatort Rekonstruktion mit Widersprüchen. Im Prozess um die mutmaßliche Maurerfäustel-Attacke in Zagersdorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) ist Donnerstagvormittag ein Video der Tatortrekonstruktion gezeigt worden.

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Dabei traten Widersprüche in den Schilderungen zutage: Während die Frau beschrieb, wie ihr Mann sie von hinten angegriffen habe, will der 69-Jährige sich anfangs selbst gewehrt und erst später auf seine Frau eingeschlagen haben.

Zur Tat kam es am 15. Februar dieses Jahres im Garten des von beiden bewohnten Hauses in Zagersdorf. Die 46-Jährige schilderte, ihr Mann habe Erde gesiebt, sie sei mit der Scheibtruhe in den hinteren Bereich des Grundstücks gefahren. Beim Ausleeren der Scheibtruhe sei "schon der erste Schlag" von hinten gekommen. Nach dem zweiten Schlag habe sie sich zur Seite gedreht und sei seitlich getroffen worden, der vierte Hammerschlag erwischte sie auf der Stirn.

"Er wollte mich nochmal schlagen"

Ihr Mann habe dann ihre Hand ergriffen und geschrien: "Nimm deine Hände runter". "Er wollte mich nochmal schlagen", erzählte die Frau, die bei der Rekonstruktion in Tränen ausbrach. Dann sei sie umgefallen. Als sie ihn weggestoßen habe, sei auch ihr Mann zu Boden gegangen, den Hammer in der geöffneten Hand haltend: "Ich nahm ihm den Hammer weg und lief hinaus". Auf der Straße habe erst der vierte Wagen angehalten, nachdem sie ihm fast auf die Motorhaube gesprungen sei.

Der wegen versuchten Mordes Angeklagte berichtete - anders als seine Frau - von einer gereizten Stimmung, die an dem Nachmittag geherrscht habe. Immer wieder sei es zu Streitigkeiten gekommen - über seine Internet-Bekanntschaft, über Rosensträucher, die den Weg zum Glashaus blockierten. "Das was passiert ist, ist in einem Anfall von Panik und Verzweiflung eigentlich vorgefallen. Im Prinzip war es ein Ehestreit", gab der 69-Jährige bei der Tatortrekonstruktion zu Protokoll.

Der Pensionist schilderte, er sei mit der Scheibtruhe gefahren und habe dabei bemerkt, wie sich seine Frau ihm näherte. Er habe sich zur Seite gedreht und einen Schlag noch mit der Hand abwehren können. Danach habe er angefangen, den Hammer hin- und herzureißen. "Dabei kann passiert sein, dass ich sie vorne getroffen habe."

Die Worte "Katzen töten" bohrten sich in sein Herz

Als er ihr den Hammer aus der Hand riss, habe er "diesen furchtbaren Satz gehört - Katzen töten", sagte der Angeklagte. Das sei für ihn, der nur mit seinen Katzen einen ruhigen Lebensabend habe verbringen wollen, so gewesen, "wie wenn sie mich ins Herz stechen".

Da habe er auf seine am Boden liegende Frau mit dem Hammer eingeschlagen, berichtete auch er unter Tränen. Wie oft und wo er sie traf, konnte der 69-Jährige nicht beschreiben. Durch Tritte seiner Frau sei auch er hingefallen.

Dann habe er gesehen, "wie sie plötzlich aufspringt und mit dem Hammer aus dem Garten läuft". Er sei ihr hinterhergelaufen und habe erst "auf der Straße gesehen, dass sie eigentlich blutet". Im Prozess soll am Vormittag nach der Verlesung der Aussage der Ehefrau noch ein weiterer Zeuge aussagen. Werden keine zusätzlichen Beweisanträge mehr zugelassen, dann könnten am Nachmittag bereits die Plädoyers vorgetragen werden.